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Im Schatten der Menschenrechte

Neulich fuhr ich vom Dorf in die Stadt. Eine Mutter mit Kindern trampte an der Kreuzung, ich nahm sie mit. Sie sei zum Betteln unterwegs, was sie aber gern ließe, wenn sie anders das nötige Geld verdienen könne. „Betteln bringt ja nichts“, meinte sie. Sechs Kinder habe sie, die nicht 30jährige. Von Verhütung wolle ihr Mann nichts wissen, die Pille sei für sie zu teuer. Von meinem Dorf ist es übrigens nicht weit zu einem Ort, wo Menschen in dritter Generation ohne Dokumente leben: keine Geburtsurkunde, keine ID. So kommen sie nicht einmal in den Genuss der welken Früchte rumänischer Sozialgesetzgebung…

Über die Menschenrechtslage rumänischer Roma zu schreiben, ist schwer und banal zugleich. Fakt ist: Roma werden anhaltend aus allen Mehrheitsgesellschaften ausgegrenzt, in denen sie leben. Erklärungsversuche dazu verlieren sich schnell in einem Gewirr von sozialen und kulturellen Deutungsansätzen. „Wie geht es denn den Roma?“ fragten mich einmal BesucherInnen aus Deutschland. „Gehen wir hin und fragen“, antwortete ich – und wir blieben sitzen. So ist es meist: Es wird über ‚die Roma’ geredet. Wichtiger zu wissen wäre dabei eins: Wer ist gemeint, wenn ‚Weiße’ über ‚Roma’ sprechen? Denn ‚die Roma’ gibt es nicht – wir reden sie uns zurecht. Es gibt sicher eine ethnische Gruppe, aber diese wird um soziale Stereotype erweitert.

Tagungshinweis: „Rumänien zwischen Einheitsvorstellung und Vielfalt“, Regensburg

„Am 6.-7. Dezember 2012 wird an der Universität Regensburg ein interdisziplinäres Symposium zum Thema „Rumänien zwischen Einheitsvorstellung und Vielfalt“ stattfinden, das gemeinsam von der Universität Regensburg und dem Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg (IOS) organisiert wird.

Zwei Augenblicke in SüdostEuropa (II): Zum Wochenend in Czernowitz

Endlich in Stadt voller Bücher und Menschen

Der Germanist Joachim Müller in Jena bot im Herbst 1960 eine Vorlesung für Hörer aller Fakultäten an mit dem Thema „Ausgewählte Lyrik des 20. Jahrhunderts“. Ich kannte ihn nicht. Erst 1963 wurde seine verständnisvolle Interpretation expressionistischer Dichtung öffentlich in der Presse angegriffen. 2006 wurde bekannt, daß er sich auf Anfrage brieflich zu seinen Verstrickungen in der NS-Zeit bekannte. So schlau waren die Studierenden damals nicht, als sie sich am späten Nachmittag des 14.10. 1960 zur ersten Vorlesung in einem kleinen Hörsaal des Hauptgebäudes der Universität Jena trafen. Aus dem überschaubaren Kreis erinnere ich mich u.a. an die Theologen Waldemar Schewe aus dem Eichsfeld und Karl-Heinrich Bieritz aus dem damals kirchlich noch immer hessischen Schmalkalden. Von den Mathematikern war zumindest Gerhard Maess präsent,nach 1989 erster frei gewählter Rektor der Rostocker Universität, ein Mann der Orientierung in Zeiten schöner Ideale und peinsamer Irrtümer. Joachim Müller begann mit einer Einfühlung in die lyrische Sprache. Dann lasen wir auf hektographierten Blättern die TODESFUGE von Paul Celan, und wir hörten von Czernowitz, wo nach den Worten seines berühmtesten Dichters Menschen und Bücher lebten, wir hörten von Deportationen und KZs in der Bukowina. Die Frage wurde gestellt, ob Celan mit seinem Gedicht die These widerlege, nach Auschwitz sei keine Dichtung mehr möglich. Kurzum: Seitdem hat mich das Gedicht, seine Geschichte, die seines Verfassers und vön dessen Stadt nicht losgelassen. Ich wußte, niemals würde ich nach Czernowitz kommen, soviel ich auch darüber läse.

Zwei Augenblicke in SüdostEuropa (I): Gott in Abtsdorf/ Apoș (RO/ Sb). Fast eine Erscheinung in Transilvanien

Was sonst noch am 25.8.2012 geschah

Als in meiner Vaterstadt Rostock am 25.8. 2012 demonstriert wird, um an den Pogrom vor 20 Jahren zu erinnern, stehe ich 2000 km davon entfernt auf einer Dorfstraße und sehe: Der Turm steht separat vor der Hallenkirche aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Als ich ihn das zweite Mal durchschreite, sitzen im Turmraum drei Kinder und unterhalten sich miteinander. Die Jungen sind Rumänen, das Mädchen besucht eine deutsche Schule in Griechenland. Unsere eigenen Enkel bewegen sich mit Rumänisch und Deutsch, notfalls auch etwas Ungarisch, wie Fische im Wasser durch das siebenbürgische Abtsdorf/ Apoș bei Agnetheln/ Agnita. Globalisierung auf Rumänisch im fernen und dazu auch noch ländlichen Winkel.

Die alte Leier: Eine neue Filmkollektion über das Harbachtal

Vor einigen Tagen präsentierte Günter Czernetzky die von ihm koordinierte Film-DVD „Oh Jammer im Harbachtal“ im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums. Nachdem der Titel bereits die Reproduktion einer ermüdend vertrauten Sichtweise vermuten liess, übertraf das Gesehene leider die Erwartungen. In der ADZ kommentierte Holger Wermke das Ereignis nüchtern. Die Diskussion im Anschluss an die Vorführung blieb leider zu kurz und war von gewissen Verhärtungen der gegensätzlichen Positionen bestimmt. Die Filmschaffenden und ihr Mentor haben allerdings einiges getan, um dies auch so zu lassen.

Jedes einzelne Filmchen könnte Anlass bieten zu spezifischen Diskussionen und wäre für sich genommen – von technischen Schwächen einmal abgesehen – auch nicht sonderlich dramatisch. Doch der Produzent hat es ja mit der DVD auf ein vermeintliches Gesamtbild abgesehen und so ist das Material dann auch zu behandeln.

Putzfrauen der Globalisierung

Ifa-Koordinatorin  über Berliner Haushalthilfen aus Rumänien

„Radio Neumarkt auf Deutsch“ vermeldete es, die Hermannstädter und die Allgemeine Deutsche Zeitung für  Rumänien (20.1.12, 11.12.2011) ebenso: Es gibt eine neue Regionalkoordinatorin des Instituts für Auslandsbeziehungen, die sich seit Anfang November um die IfA-Kulturmanager in Serbien, Ungarn und Rumänien kümmert. Davon gibt es allein in Rumänien vier, wobei allerdings die Stelle in der Evangelischen Akademie Siebenbürgens vakant ist. Die Neue ist Friederike Binder (37). Zu den Angaben über Biografisches kommt in den Meldungen auch die Berufsbezeichnung  als Diplom-Sozialarbeiterin. Studiert hat sie an der Fachhochschule Potsdam und dort auch ihre Abschlußarbeit geschrieben, die 2008 in Saarbrücken veröffentlicht worden ist.

Nachtrag zur Holocaustleugnung durch (vorläufig-ex-)PSD-Sprecher Șova

Wenigstens gibt es öffentliche Reaktionen – nach dem Statement des Elie-Wiesel-Instituts (INSHR-EW)  haben das MCA (rumänisches Zentrum zur Antisemitismus-Bekämpfung ) und die Roma-Organisation Romani Criss gegen Șova Anzeige erstattet. Die Leugnung der Shoah ist schließlich auch hier Straftatbestand. Parteichef Ponta spricht jedoch nur von einer „vorläufigen“ Amtsenthebung, „bis er [Șova – jfc] nicht umgehend das

Daias bleicher Sohn

Georg Hoprich 29.12.1938 – 9.4.1969

(PDF-Fassung hier zum Download)

Wer von der Straße Sibiu/Hermannstadt – Agnita/Agnetheln zum Dorf  Daia /Thalheim/Dolmany abbiegt, kann auf einer Gedenktafel an der Vorderfront des ersten Hauses im Ort lesen: Mit Gottes Hilfe hat David Petru dieses Haus im Jahre 1959 gebaut. Ein anderer Sohn des Dorfes hatte um diese Zeit begonnen, Fundamente seines Gebäudes aus deutscher Sprache zu errichten[1], daran erinnert hier nichts, und das Haus seiner Eltern Georg sen. und Sofia Hoprich ziert keine Tafel, ist unter der angegebenen Nummer 103[2] vielmehr überhaupt nicht zu finden. Vor Jahrzehnten wurde die Zählung verändert.

Symposium: Populismus und Euroskeptizismus in Südosteuropa seit 1989. Jena, 17./18. Juni 2011

Das Versprechen eines radikalen Neubeginns und eines Bruchs mit den alten Seilschaften aus kommu­nistischer Zeit stellt in zahlreichen Ländern Südosteuropas ein prägendes Element des politischen Sys­tems und der politischen Kultur seit dem Beginn der Transformationsprozesse dar. Um diesen Verspre­chungen Glaubwürdigkeit und Nachdruck zu verleihen, bedienen sich neue politische Bewegungen, aber auch etablierte Parteien, populistischer und mitunter nationalistisch konnotierter Handlungs- und Ausdrucksformen. Das proklamierte Ziel ist es, die breite Masse der Bevölkerung zu mobilisieren und in den politischen Willensbildungsprozess einzubeziehen.

Eng verknüpft mit dem Phänomen des Populismus ist der Euroskeptizismus, der den EU-Beitritt der Länder Südosteuropas als elitäres Projekt ablehnt und hierin einen Ausverkauf der nationalen Interes­sen zu Lasten der zbreiten Masse der Bevölkerung sieht.
Zwischen dem Euro-Skeptizismus und dem stetig voranschreitenden Prozess der EU-Integration Südosteuropas entstehen komplexe Wechselwir­kungen. Ziel des zweitägigen Symposiums ist es, diese Phänomene in ihren Ursachen, Wirkungsmus­tern und Konsequenzen differenziert zu analysieren.

Archiv 2010: Quo vadis, Romania? Wirtschaft und Gesellschaft im Blick der Presse

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hermannstadt.evang.ro, 21.12.2010
Hospiz am Ende der Kräfte

euractiv.com, 22.12.2010
Schengen: Rumänien erzürnt über dt.-frz. Blockade

punkto.ro , 21.12.2010

Guardian.co.uk, 20.12.2010
US embassy cables: US-Romania relations threatened by musician’s death

Puternicii – Die Starken. Sie sind in Berlin!

Eine Theater- Videoperformance zwischen Realität und Pixelwelt Wir laden ein zu PUTERNICUL- der Starke, dem ultimativen Computerspiel: Kommt in die virtuelle Stadt der Zukunft. Hier gibt es keine Grenzen für Erfolg, Schönheit und Reichtum! Migrations-Avatare aller Spiele sind willkommen! Wir zeigen utopische Szenarien, bevölkert von selbstentworfenen Helden und Mutationen. Realität und virtuelle Welt treten szenisch

Antiziganismus: Vorurteil und Diskriminierung Darstellung und Wahrnehmung rumänischer Roma. Wissenschaftliche Tagung veranstaltet vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin – 9.-10. Juli 2010 in Berlin

Quelle: Mailing-Liste „JOE“ (Junge Osteuropa Experten) – www.joe-list.de

Tagungsort
Technische Universität
H 1035
Strasse des 17. Juni 135
10587 Berlin

Information und Anmeldung:
Dr. Brigitte Mihok
Tel. 030/314 23 079
Fax 030/314 21 136
mihok [at] zfa.kgw.tu-berlin.de

Archiv 2009: Quo vadis, Romania? Wirtschaft und Gesellschaft im Blick der Presse

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Licht und Schatten – Rumänien in der EU

Europäische Kommission, 22.07.2009
REPORT FROM THE COMMISSION TO THE EUROPEAN PARLIAMENT AND THE COUNCIL: On Progress in Romania under the Co-operation and Verification Mechanism

Wiesbadener Kurier, 27.07.2009
EU-Milliardenhilfe für Lettland und Rumänien

Christoph „Lindi“ Lindenmaier zum Gedenken: Pirat aus Leidenschaft (Daniel de Roulet in der WoZ, 16.4.09)

Die Nachricht von Lindis Tod Anfang April kam aus heiterem Himmel. Seine letzte Email am Morgen habe ich schon in die Leere beantwortet, die sein Tod in dieser Welt hinterlässt – glücklicherweise bleiben so viele Erinnerungen. Aber jetzt ist es unfassbar, nicht zu begreifen, zu verstehen. N-am cuvinte, keine Worte. Daniel de Roulet hat sie

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