Tag: Zeit
Einfach, aber kompliziert und konfliktuell: Chancen in Transsilvanien
„Was wollt ihr hier“, verwundert sich der Mann vom Film, „hier gibt es ja nicht mal eine Bar.“ Seit über 20 Jahren tourt er sommers durch Rumänien und Siebenbürgen, ent-lang dem Transeuropäischen Korridor der atemberaubenden Verkehrsströme zwischen Skandinavien und Türkei. Zum ersten Mal landet er nun abseits von den Magistralen in einem siebenbürgischen Dorf bei Sibiu/Hermannstadt, trifft auf die Bekannten von Bekannten und wundert sich. Die Antwort der anderen: „Wir wollen hier leben.“
Transsilvanien braucht viel Auferstehung (von Jens Langer)
Nach der vierten europäischen Grenze suchen wir – der schwarzweiße Münsterländer-Mischling Linus, eine dunkelblonde Kandidatin der Politik- und Sportwissenschaft und ein grauer Prediger – im rumänischen Arad eine Tankstelle, bei der die Aufkleber für die Straßenbenutzung gekauft werden können. Ein Mann in einem stabilen Landrover mit württembergischen Kennzeichen fragt nach Woher und Wohin. Er stammt aus einer deutschen Familie in Kasachstan. Und hat anscheinend Glück gehabt in der neuen Heimat. Wir einigen uns schnell über Bürokratie in Deutschland, den ungewöhnlichen Fahrstil in Rumänien, über Freiräume und den Sinn von persönlichem Einsatz.
Burghüter Neuen Typs II – Der Schlüssel liegt in unsrer Hand !
Evangelisches Pfarrhaus Arbegen/ Agîrbiciu
Samstag, den 8. April 2006, 10 – 16 Uhr
Eine Kooperation von KulturLand SRL, „Friedrich-Teutsch“-Haus (Hermannstadt/ Sibiu) und dem Evangelischen Bezirkskonsistorium A.B. Mediasch
Das Gelächter der Deklassierten
Siebenbürgen-Drama, 2. Akt – E. Schlattners „Das Klavier im Nebel“
Um 6.00 Uhr früh am Montag, dem 04. April 2005, schließt Eginald Schlattner in sei-nem Schreibzimmer in Roşia/Rothberg die achte und endgültige Überarbeitung seines Romans „Das Klavier im Nebel“ ab. Im Februar hatte es von dem Buch noch gehei-ßen: „Es liegt in den letzten Zügen, löst sich von mir, wird fremd.“ Er hatte das Manu-skript durch einen Freund an den Verlag von Rumänien nach Wien bringen lassen. Das war vor 4 Jahren, und die letzte Hälfte davon hatte er dem Text immer wieder zugesetzt und dieser ihm. Nun sind es über 500 Seiten geworden. Nach allen damit verbundenen Strapazen schrieb er an jenem Morgen unter sein drittes Buch über Eu-ropa in Siebenbürgen nur noch ein einziges Wort: „Kaputt!“ Bei wiederholtem An-schauen schien es ihm am falschen Platz. „Ich habe es durchgestrichen und wie in alten Zeiten geschrieben SOLI DEO GLORIA“, erzählte er drei Wochen später in sei-nem Haus. Diesen Zusatz strich der Verlag. Schlattner aber nimmt in aller Herrgotts-frühe sich selbst beim Wort, geht zum Hoftor hinaus, das er im Schreibzimmer mittels einer einfachen Spiegelkonstruktion immer im Blick haben kann, und schließt die Kir-che auf, deren Informationstafel er mit dem Hinweis „Vor 1220 – älter als Berlin!“ ver-sehen hat. Eingetreten, legt er die Hände vors Gesicht und spricht: „Mein Herr und Gott, lass mir bitte nichts mehr einfallen zu dem neuen Buch!“
Neue Autobahn gefährdet Land und Leute
Im Winter 2003/ 2004 bekam der US-Konzern BECHTEL per nachgeschobenem Dringlichkeitserlaß die Lizenz zum Bau einer Autobahn. Sie soll von Bros an der ungarischen Grenze über Cluj (Klausenburg), Tîrgu Mures (Neumarkt) und Brasov (Kronstadt) nach Bukarest führen.
Per Staatsschulden finanziert, soll die Trasse 2,6 Milliarden Euro kosten. Angesichts der rumänischen Verhältnisse eine unglaubliche Summe. Schätzungen gehen davon aus, dass die Gesamtkosten für den rumänischen Staat bis zu 4 Milliarden Euro erreichen könnten.
Wen interessiert, was unter den großen Brücken geschieht? Hier eine Liste mit Web-Beiträgen zum Thema.
pressetext.at: Rumänien: Gentech-Soja-Anbau außer Kontrolle – Umweltschützer fürchten Verunreinigung von fast 100 Prozent
Bukarest (pte/10.10.2005/14:38) – Der Anbau von genetisch verändertem Soja in Rumänien scheint völlig außer Kontrolle geraten zu sein. Die Umweltorganisation Greenpeace hat in zehn verschiedenen Regionen Sojapflanzen beim österreichischen Umweltbundesamt testen lassen. Sämtliche Proben waren positiv. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass 90 Prozent der Sojapflanzen im südosteuropäischen Staat ohne Wissen der Behörden gentechnisch verändert sind. Es handelt sich dabei um die Roundup-Ready-Sojasorte vom Agro-Konzern Monsanto.
Moara Veche/ Alte Mühle: Motor läuft…
Anläßlich eines Besuches von Mary Walsh, Trustee des Mihai Eminescu Trust, London, konnte der instandgesetzte Motor „Langen & Wolf“ (Wien/Budapest, Laufnr. 3871) in Funktion gezeigt werden. Allyn Eidsness, Restaurator für technisches Kulturgut aus Heidelberg (DE), hat im Zeitraum August-September 2005 den Motor überprüft und ihn für Präsentationszwecke hergerichtet.
„Sicherung der Kirchenburgen in Siebenbürgen“. Kulturkapital retten & nutzen.
Mitteilung des Friedrich-Teutsch-Hauses, Sibiu/ Hermannstadt vom 07. September 2005:
Hiermit möchten wir Sie bitten, folgende Veranstaltung im „Friedrich Teutsch“ – Haus, Kultur- und Begegnungszentrum der Evang. Kirche A.B. in Rumänien, Str. Mitropoliei Nr. 30, in Ihrer Umgebung freundlicherweise rechtzeitig publik zu machen und, wenn irgend möglich, selbst teilnehmen zu wollen. Am kommenden
Accession without Reform: Romania since 2000
Humboldt-Universität zu Berlin und Transparency International, Diplomatie und Gesellschaft e.V. und Fantom e.V., im Rahmen des Kolloquiums am Institut für Geschichtswissenschaften/ Lehrstuhl Geschichte Ostmitteleuropas (Prof. Dr. Günter Schödl) laden zum Vortrag ein: „Accession without Reform: Romania since 2000“ von Prof. Tom Gallagher (University of Bradford) Dem Vortrag folgt eine Diskussionsrunde unter der Teilnahme von: Dr.
Hermannstädter Zeitung: „Grenzpolizei verweigerte 21.000 Rumänen die Ausreise“
Die Hermannstädter Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 25. März folgendes:
„Bukarest. – Die neue Leitung der Grenzpolizei greift härter gegen Rumänen mit unvollständigen Reisedokumenten durch. Allein in der vergangenen Woche wurden rund 21.000 Rumänen, die ausreisen wollten, an der Grenze zurückgeschickt.
Erinnern gegen Vergessen: „Ganz unten, ganz oben“ – Der Journalist Manfred Müller ist tot. (akt. 9.12.2004)
„Manfred Müller ist ganz oben oder ganz unten. Dazwischen gibt es nichts“, beschrieb vor einem Jahrzehnt ein Medienmensch seinen Kollegen. Diese Vereinfachung lässt den Akteur ebenso außer acht wie die Ursachen, die in den gesellschaftlichen Widersprüchen und politischen Kabalen liegen, in die der im Krankenhaus von Aue am 19.09.2004 Verstorbene hineinversetzt war.
1,5 Millionen Rumänen von der Grenze zurückgeschickt (ADZ, 19.11. 2004)
In diesem Jahr wurden bisher 1,5 Millionen rumänische Staatsbürger von der Grenze zurückgeschickt, weil sie verschiedene Ausreisebedingungen nicht erfüllten, berichtet „Ziua“ mit Bezug auf Angaben der Grenzpolizei. In 190.729 Fällen hatten die Betreffenden Einreiseverbot in den Schengenraum. Gefälschte Pässe oder Visa wurden in 451 Fällen entdeckt. In 171.688 Fällen lag die Krankenversicherung nicht vor und
…als ich jung war. Nachruf auf einen Unbekannten
Als Bukarest vor nun fast drei Jahren sein Volk zählen ließ, begab es sich, daß die Gesandten ein Dorf für tot erklärten. Nicht nur eines – eines aber lebte sicher noch zu jener Zeit. Es lebte und war doch schon gestorben.
Engenthal – rumänisch Mighindoala, ungarisch Ingodály – liegt versteckt zwischen Bell und Petersdorf nördlich des Kaltbachtales. Der Bericht über ein aufgegebenes Dorf in der Nähe weckte Abenteuerlust, Erzählungen von sächsischen Schäfern ließen aufhorchen. Im Frühjahr wanderten wir dort hinauf. In Bell glaubte man seinen Ohren nicht zu hören, als wir nach dem Weg fragten…
Europa in Siebenbürgen – Konversation und Verhör der Kulturen: Eginald Schlattner (*13.9.1933), Dichter in Europa
„Was ist ein ‚Kotzen’?“, frage ich die sonntägliche Kaffeerunde vor der Sommerküche auf dem Hof von Sophia Schneider, der 75-jährigen Bäuerin, Witwe die Hälfte ihres Lebens. Das Wort findet sich mehrfach in Eginald Schlattners Roman „Rote Handschuhe“ von 2001 (dtv 2003), und gerade hatte in der „Hermannstädter Zeitung“ gestanden, dass auf einem bekannten Jahrmarkt die Kotzenhändler ihre Stände aufbauen würden. Ohne Rücksicht auf das siebenbürgische Deutsch das fremde Wort ausgesprochen, konnte es mir von keinem Einheimischen erklärt werden. „Aber Eginald Schlattner gebraucht dieses Wort oft.“ Auf diesen Hinweis reagiert Thomas Drotleff, Bruder von Tante Sophia, Bauer und Kurator der Kirchenburg in Holzmengen/Hosman/Holcmány, knochentrocken: „Ja, wenn Sie’s vom Schlattner gehört haben, mag das sein. Der gebraucht viele Wörter.“ Ein Marburger Musikstudent, der mit seiner Freundin zur Kaffeerunde ebenso wie im Sommer angereiste Geschwister und Kinder aus Deutschland gehört, hat schon einmal früher nach dem Wort im Lexikon gesucht: Es ist eine Pferdedecke. Das also ist die Schlafstatt im Gefängnis für den Protagonisten aus Schlattners Roman!
Vergessene Orte 4: Schlatt/ Zlagna
Schlatt, wann schaffen wir’s einmal zu Dir? Seit über einem Jahr fehlt schon das Schild am Abzweig zwischen Magarei/ Pelisor und Meschen/ Mosna.
![]() |
