Tag: UE
Rassistische Splitter III
Es gibt ein Jugendstilbad in Sibiu/ Hermannstadt, das ich gerne mit den Kindern besuche. Immer freundlich der Empfang und stets unkomplizierte MitarbeiterInnen… Vor zwei, drei Jahren sind wir einmal zusammen mit D. hingefahren. Um auf den Parkplatz zu kommen, braucht es Jetons und die will D. schnell von der Kasse holen. Missmutig kommt er zurück: „Wir sollen ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorlegen.“ – „Sorry, ich denk, das liegt an Deiner Hautfarbe. Von uns hat man sowas noch nie verlangt.“
Rassistische Splitter II
Nach einem Interview fuhr ich per Anhalter nach Holzmengen. Ein gelber Dacia hielt an, der Fahrer ein Herr mittleren Alters. Er war sehr gesprächig und begann mich über meinen Aufenthalt in Rumänien auszufragen. Als ich ihm berichtete, dass ich gemeinsam mit Romafrauen arbeitete, wurde er ungehalten und erklärte mir, dass Roma keine Rumänen seien: „Sie sind Ausländer, denn sie kommen ja aus Indien.“ Sie würden stinken, seien faul und zum Arbeiten nicht fähig.
Griechenland? Rumänien! – Linkliste zur „Krise“ à la Roumanie
Es scheint sinnvoll, Beiträge zur aktuellen „Krise“ in Rumänien in einem gesonderten Beitrag zu sammeln. Einige Beiträge wurden daher aus dem Eintrag „Quo vadis, Romania? – Krise, Wirtschaft und Gesellschaft im Blick der Presse“ hierher übertragen.
13.2.3013
Badische-Zeitung.de: Die unbeachtete Krise
17.1.2013
Ostpol.de: Im Schatten der Eurokrise
23.000 x Balkan: AIM-Archiv ist wieder online
Nach fast zwei unruhigen Monaten, ob die Arbeit von …zig JournalistInnen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens der Jahre 1993 – 2003 sich in den endlosen Weiten des Netzes aufgelöst habe oder nicht – gibt es nun weitgehend Entwarnung. Wir vom Europäischen BürgerInnen Forum/ forumcivique halten die Website seit dem Ende der Finanzierung online. Das Archiv des
Tagungshinweis: „Rumänien zwischen Einheitsvorstellung und Vielfalt“, Regensburg
„Am 6.-7. Dezember 2012 wird an der Universität Regensburg ein interdisziplinäres Symposium zum Thema „Rumänien zwischen Einheitsvorstellung und Vielfalt“ stattfinden, das gemeinsam von der Universität Regensburg und dem Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg (IOS) organisiert wird.
…Facebook.
Informationen zu neuen und aktualisierten Beträgen auf cotaru.com finden Sie jetzt auch auf der Facebook-Seite „Büro Cotaru„.
Bucharest revisited (III)
Im Frühjahr schrieb ich nach meinem ersten Aufenthalt in den Diplomatischen Archiven:
„Das Diplomatische Archiv gehört zum Aussenministerium und befindet sich im Palatul Victoria/ Victoriapalast. Dort hoffe ich Material zu den Friedensverhandlungen mit Deutschland 1918 zu finden. Mein Antrag auf Nutzung wird nach weniger als 24 Stunden beantwortet. Da ich kein rumänischer Staatsbürger bin, muss ich mich direkt an die Öffentlichkeitsabteilung des Ministeriums wenden – Rumänen stellen den Antrag ans Archiv selbst. Die gesetzlich vorgesehene Bearbeitungszeit, so wird mir mitgeteilt, beläuft sich auf bis zu 30 Tage. Daran ist nichts zu ändern. Ich komme in einem Monat wieder.
Die online erfassten Bestände scheinen besser strukturiert zu sein als im Nationalarchiv. Aber dies ist nur ein erster Eindruck.“
Die weiteren Eindrücke bin ich an dieser Stelle noch schuldig geblieben. Das soll jetzt nachgeholt werden.
Zwei Augenblicke in SüdostEuropa (II): Zum Wochenend in Czernowitz
Endlich in Stadt voller Bücher und Menschen
Der Germanist Joachim Müller in Jena bot im Herbst 1960 eine Vorlesung für Hörer aller Fakultäten an mit dem Thema „Ausgewählte Lyrik des 20. Jahrhunderts“. Ich kannte ihn nicht. Erst 1963 wurde seine verständnisvolle Interpretation expressionistischer Dichtung öffentlich in der Presse angegriffen. 2006 wurde bekannt, daß er sich auf Anfrage brieflich zu seinen Verstrickungen in der NS-Zeit bekannte. So schlau waren die Studierenden damals nicht, als sie sich am späten Nachmittag des 14.10. 1960 zur ersten Vorlesung in einem kleinen Hörsaal des Hauptgebäudes der Universität Jena trafen. Aus dem überschaubaren Kreis erinnere ich mich u.a. an die Theologen Waldemar Schewe aus dem Eichsfeld und Karl-Heinrich Bieritz aus dem damals kirchlich noch immer hessischen Schmalkalden. Von den Mathematikern war zumindest Gerhard Maess präsent,nach 1989 erster frei gewählter Rektor der Rostocker Universität, ein Mann der Orientierung in Zeiten schöner Ideale und peinsamer Irrtümer. Joachim Müller begann mit einer Einfühlung in die lyrische Sprache. Dann lasen wir auf hektographierten Blättern die TODESFUGE von Paul Celan, und wir hörten von Czernowitz, wo nach den Worten seines berühmtesten Dichters Menschen und Bücher lebten, wir hörten von Deportationen und KZs in der Bukowina. Die Frage wurde gestellt, ob Celan mit seinem Gedicht die These widerlege, nach Auschwitz sei keine Dichtung mehr möglich. Kurzum: Seitdem hat mich das Gedicht, seine Geschichte, die seines Verfassers und vön dessen Stadt nicht losgelassen. Ich wußte, niemals würde ich nach Czernowitz kommen, soviel ich auch darüber läse.
Zwei Augenblicke in SüdostEuropa (I): Gott in Abtsdorf/ Apoș (RO/ Sb). Fast eine Erscheinung in Transilvanien
Was sonst noch am 25.8.2012 geschah
Als in meiner Vaterstadt Rostock am 25.8. 2012 demonstriert wird, um an den Pogrom vor 20 Jahren zu erinnern, stehe ich 2000 km davon entfernt auf einer Dorfstraße und sehe: Der Turm steht separat vor der Hallenkirche aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Als ich ihn das zweite Mal durchschreite, sitzen im Turmraum drei Kinder und unterhalten sich miteinander. Die Jungen sind Rumänen, das Mädchen besucht eine deutsche Schule in Griechenland. Unsere eigenen Enkel bewegen sich mit Rumänisch und Deutsch, notfalls auch etwas Ungarisch, wie Fische im Wasser durch das siebenbürgische Abtsdorf/ Apoș bei Agnetheln/ Agnita. Globalisierung auf Rumänisch im fernen und dazu auch noch ländlichen Winkel.
FânFest 2012, Roșia Montană: Zivilität im rumänischen Politchaos
Vergangenes Wochenende war ich mit der gesamten Mühlen-Equipe wieder in Roșia Montană, wieder zum jährlichen FânFest. Ohne daß der Charakter der Veranstaltung im Vergleich zum letzten Jahr getrübt worden wäre, kamen diesmal fast dreimal mehr Menschen zusammen: über 4.000 sollen es diesmal gewesen sein. Um einmal Relationen zu setzen: In einem zivilgesellschaftlich nicht gerade verschlafenen
Bucharest revisited (II)
Kurz bevor es das dritte Mal nach Bukarest in die Archive geht, noch einige Worte zum Recherche-Trip vor fast einem Monat. Wie zu erwarten war, hatte ich die Genehmigung fürs Diplomatische Archiv noch nicht erhalten. Sie kam fast punktgenau nach den gesetzlichen 30 Pflicht-Tagen – aber immerhin kam sie; davon nächstes Mal mehr.
Ende März hatte ich hingegen die Möglichkeit, das Archiv des Zentrums zum Studium der Geschichte der Juden Rumäniens (Centrul pentru Studiul Istoriei Evreilor din România, CSIER) zu besuchen.
Email – Subject: Konferenz der BW-Landesvertretung in Brüssel „Advancing with the Restoration Agenda“, Sponsoring durch die Rosia Montana Gold Corporation
Sent: Friday, March 23, 2012 10:49 PM
To: nicola.schelling@bruessel.bwl.de
Sehr geehrte Frau Schelling,
mit Entsetzen habe ich erfahren, dass die von der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU mitorganisierte Tagung „Advancing with the Restoration Agenda“ am 27. März 2012 von der Rosia Montana Gold Corporation (RMGC) gesponsort werden soll.
Kurze Rede…
Hendrik Kraft, Betreiber des Blogs sibiuaner.noblogs.org, hat mich jüngst drauf hingewiesen, dass kürzere Blogmeldungen zur Lage im Lande den UserInnen eventuell hilfreicher sein könnten, als „nur“ die Linklisten zu verschiedenen Themen. Ich werd’s versuchen. Im Gegenzug wurde Hendrik zu den Autoren auf cotaru.com hinzugefügt, in der Hoffnung, dass seine Beiträge zu „verschiedene[n] Erscheinungsformen von Ausgrenzung,
