Tag: Rosia Montana

Umweltschutz in Rumänien: Roșia Montană, Wald und mehr

Für Berichte über verschiedene Umweltsauereien, schlichtweg illegale Infrastrukturprojekte u. ä. in Rumänien und den jahrelangen Widerstand gegen das Goldtagebau-Projekt von Roșia Montană sowie „grüne Themen“ richten wir hier eine eigene Linkliste ein.

 

30.11.2022
Spiegel.de: Wie Rumänien einen umstrittenen Minireaktor ans Netz bringen will

28.11.2022
Klimareporter.de: Illegale Abholzung in der EU – Die Axt im Karpaten-Wald

22.11.2022
SRF.ch: Das Goldgräber-Dorf ist gerettet – aber ausgelaugt

Roșia Montană kommt 2016 auf die vorläufige Liste Rumäniens für die UNESCO... und 2018 zieht die Regierung Dancila den Antrag wieder zurück...

Fünf Jahre Rumänischer Herbst

Am 1. September 2013, also vor gut fünf Jahren, begannen in Rumänien die grossen Proteste für die Rettung von Roşia Montană. Dieses Dorf in den Apuseni-Bergen ist für mich ganz persönlich ein wichtiger Ort geworden, seit ich nach Rumänien gegangen bin. Hier wollte eine Seilschaft aus Geschäftemachern, Mafioten, Politikern und Geheimdienstlern für einige Tonnen Gold und einen satten Gewinn für die Roşia Montană Gold Corporation zweitausend Jahre Kulturgeschichte in die Luft jagen. Berge, Wälder, Tiere und Menschen samt den Erinnerungen an sie sollten verschwinden. Obwohl die Geschichte auch heute noch nicht zu Ende ist, haben einige Einwohner∙innen mit vielen Freund∙inn∙en diese Pläne durchkreuzt und dabei noch ein ganzes Land auf die Strasse gebracht. Das war eine Zäsur für Rumänien. Wo steht das Land heute? Ich versuche mich an einer Einschätzung, sie wird vorläufig bleiben müssen.

Land, das ferne leuchtet

„Tagträumer in einem verborgenen Land. Fotografien aus Rumänien“ in Rostock

Der Verein migra in Rostock ist die Anlaufstelle für alle, die sich als Zugewanderte darum mühen,heimisch zu werden in der neuen Gesellschaft, die Mehrheitssprache zu lernen, Arbeit zu finden, nach und nach ein Zuhause zu haben (so gut es geht). Besucht man das Vereinszentrum mitten in einer beliebten Wohngegend für Mittelstand und Studierende, trifft man alsbald Menschen aus anderen Ländern, die einschlägige Beratung wünschen.Ins Auge sticht ebenso das vielsprachige Informationsmaterial zur gelingenden Integration. In diesem Vereinszentrum findet sich auch die „Kleine interkulturelle Galerie“. Hier hat Fernande Stein (Jahrgang 1991) ihre erste Einzelausstellung nach etlichen Gemeinschaftsunternehmungen platziert: Gut zwei Dutzend Farbfotos sind noch bis Ende April zu sehen. Dazu gibt es einen wunderschönen Katalog. Die Lehramtsstudentin ( Kunst, Germanistik,Pädagogik) aus dem binnendeutschen Sachsenlande nennt ihre Schau: Tagträumer in einem verborgenen Land. Fotografien aus Rumänien. Wo träumen rumänische Staatsbürger was? Sie zeigen sich in weiter Graslandschaft, wurden fotografiert am Kiosk und auf dem Flohmarkt, obdachlos in Bukarester Stadtszene, vorm Hoftor im Gespräch zwischen Alt und Jung; festgehalten sind natürlich auch Hirten mit Einzelkuh oder Schafherde. Wir schauen auf ein Land, das die Sehnsucht nach Stille und Entschleunigung beflügelt, einfach liebenswert. Fernande Stein hat Rumänien mehrfach besucht, bevor sie 2015/16 in Klausenburg ein Studium absolvierte.Zu der gut besuchten Vernissage kamen übrigens u.a. neben Politprominenz und dem Frauenklub der Jüdischen Gemeinde auch zwei rumänische Migrantinnen, die sich freuten, mit der Künstlerin in ihrer Muttersprache reden zu können.

Bukarest 2012: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)

Kommentar: Nicht mit #Gold aufzuwiegen – #RosiaMontana kommt auf die rumänische #UNESCO -Liste

Bukarest 2013: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)

Bukarest 2013: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)

Es geht also doch: Ein paar Dutzend Bergbauern und Aktivist*innen können es mit einem milliardenschweren Industrieprojekt und einer kleptokratischen Politelite aufnehmen. Roșia Montană ist vor seiner Zerstörung gerettet. Ein paar Tonnen Gold weniger in der globalen Umlaufbahn, zweitausend Jahre reichhaltige Kulturgeschichte für die Zukunft bewahrt.

#FanFestZece #RosiaMontana: 10 Jahre gemeinsam für Hoffnung und Freiheit

18. August 2015, Roșia Montană – Der Verein der Einwohner*innen von Roșia Montană, Alburnus Maior, dankt allen, die ihm während zehn Jahren Ffest zur Seite gestanden haben. Die zehntausenden Teilnehmer*innen, welche die Dorfwiesen in eine grosse Bühne verwandelten, haben die hiesigen Werte wiederbelebt und aus Roșia Montană einen Ort der Begegnung freier Menschen gemacht.

Präsident Klaus Iohannis (Quelle: http://www.presidency.ro/pop.php?_RID=img&img=27228.jpg)

100 + x: Wessen Präsident ist #KlausIohannis?

Die Wahl des konservativen Präsidenten Klaus Johannis im November 2014 war ein Gewinn für unsere Gesellschaft, davon bin ich weiterhin überzeugt. Wo stehen wir heute – was hat Johannis bisher erbracht?

„Wir haben Sie gewählt, wir stürzen Sie…“ – Zur Wahl des neuen rumänischen Präsidenten

Zur Wahl des neuen rumänischen Präsidenten1 November 2014 in Rumänien – das waren heisse Wochen. Nur wenige konnten sich der aufgeladenen Stimmung entziehen, noch weniger sich der Zuspitzung der Fragen nach Rumäniens Zukunft auf die Pole Ponta oder Iohannis2 entziehen. Am Ende dann der von niemandem erwartete, deutliche Sieg des Siebenbürgers über den Bukarester. Er

Veranstaltung in Berlin: Proteste gegen Goldabbau in Rosia Montana/Rumänien

Am 13.11.2014 (Donnerstag) 14.11.2014, ab 19. 30 im Freien Museum Berlin, Bülowstrasse. 90,
im Rahmen der Ausstellung „40 Jahre Longo mai“

Rumänien ist bekannt als Schmuddelkind in der EU. In vielen Bereichen trifft diese Stigmatisierung auf den ersten Blick zu – allerdings tun die europäischen Institutionen trotz eines Monitorings in den Problembereichen Justiz und Korruption schrecklich wenig, um die politische Kaste in ihre Schranken zu weisen. Andererseits gibt es in Rumänien eine junge und erstarkende Zivilgesellschaft, die sich auch vor Kämpfen mit internationalen Akteuren wie im Falle des Goldminenprojekts von Rosia Montana nicht scheut. Zudem ist Rumänien auf vielen Ebenen eine spannende Schnittstelle zwischen dem Westen, Osteuropa und dem Nahen Osten.

Joachim Cotaru kommt aus Mecklenburg, lebte auf der LM-Kooperative in Kärnten und seit zwölf Jahren in Rumänien als Mitglied einer dörflichen Gruppe.
Stephanie Roth wuchs in der Schweiz auf und prägte u. a. die Save-Rosia-Montana-Kampagne mehrere Jahre lang vor Ort entscheidend mit.

Das Rosia Montana Fan Fest 2014 (11.-17. August). Ein Bericht von Hugo-Alexander Frohn

Rosia Montana (dt. Goldbach) ist ein kleiner Ort im Apuseni-Gebirge (Kreis Karlsburg) wo schon zu römischen Zeiten Gold gefördert wurde. Der internationale Konzern „Rosia Montana Gold Corparation“ (Hauptshareholder: Gabriel Resources, Gründer: Frank Timis) plant dort die Eröffnung einer neuen „offenen“ Goldmine, in der auch Zyanid verwendet werden soll. Aus Protest dagegen findet seit 2004 jährlich das „Rosia Montana FanFest“, ein ökologisch-kulturelles Festival organisiert von „Alburnus Maior“ (Leiter: Eugen David), „Green Transylvania“ (Leiter: Csongor Kovacs) und anderen NGOs, statt.

Rosia Montana, Fân Fest #9. Bild: Manfred Mehrer/ MIMAtelier

Roșia Montană: Rückblick auf das FânFest #9

Rosia Montana, Fân Fest #9. Bild: Manfred Mehrer/ MIMAtelier

Rosia Montana, Fân Fest #9 – Die Theatergruppe Circus Mundi in Aktion. Bild: Manfred Mehrer/ MIMAtelier

Am 17. August endete im rumänischen Roșia Montană nach einer Woche die neunte Ausgabe des jährlich stattfindenden FânFests (englisch-rumänisches Wortspiel zwischen „Heu“ und „Fan“) der Kampagne zur Rettung des Bergdorfes.

Etwa 7.000 Menschen aus dem In- und Ausland fanden vom 11. bis 17. August den Weg nach Roșia Montană. Neben einem reichhaltigen Angebot an Konzerten gab es Filvorführungen, Workshops und ein breit gefächertes Sozialforum. All dies fand unter freiem Himmel genauso statt wie in den zahlreichen örtlichen Kirchen der verschiedensten Konfessionen. Unter den Gästen waren AktivistInnen aus dem spanischen Corcoesto, dem französischen Nantes und dem türkischen Çanakkale, wo ein dem rumänischen Vorhaben vergleichbares Projekt geplant ist.

Demonstration in Klausenburg/ Cluj, Herbst 2013 (Quelle: Kampagne Save Rosia Montana!)

Artikel im Rundbrief der Bewegungsstiftung „Bewegungsstiftung aktuell“: Wir retten Roșia Montană!

Gastbeitrag von Joachim Cotaru von der Kampagne Save Roșia Montană

Nach 15 Jahren Kampf gegen Europas größten geplanten Goldtagebau in Rumänien scheint ein Sieg greifbar. Die endgültige Entscheidung aber steht noch aus.

Demonstration in Klausenburg/ Cluj, Herbst 2013 (Quelle: Kampagne Save Rosia Montana!)

Demonstration in Klausenburg/ Cluj, Herbst 2013 (Quelle: Kampagne Save Rosia Montana!)

Im Herbst 2013 gingen insgesamt weit über hunderttausend rumänische Bürgerinnen und Bürger auf die Straße. Anlass war der Versuch der Regierung, ein Sondergesetz für die Genehmigung des Goldtagebau-Projekts in Roșia Montană ohne umständliche Anhörungen durch die Parlamentskammern zu jagen. Doch außerhalb der politischen Kaste Rumäniens will fast niemand dieses Projekt. Niemand will die Zerstörung der fast 1.900 Jahre alten Siedlung für 17 Jahre Gold- und Silberabbau. Nichts berechtigt die Ausbeutung von 300 t Gold und 1.300 t Silber im Tausch für ein 250 Millionen Kubikmeter fassendes Rückhaltebecken, in dem sich die Zyanidlauge für Jahrzehnte absetzen soll. Kein Argument gibt es für eine begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen als Gegenleistung für eine vergiftete Zukunft, in der die Roșia Montană Gold Corporation (RMGC) sicherlich nicht mehr haftbar sein wird. Hingegen gibt es Menschen, die weiterhin in Roșia Montană leben wollen und viele in Rumänien und der Welt, die sie bei diesem Kampf unterstützen. So ist aus „Save Roșia Montană!“ die größte Umwelt- und Sozialkampagne unseres Landes geworden. Die Bewegungsstiftung unterstützt sie seit 2013.

Pressemitteilung von Alburnus Maior: Staatliche Bergbaufirma Rumäniens Minvest Deva von Zyanid- und Goldabbau-Gegnern besetzt

faracianuraHeute, am 3. Februar 2014, haben wir – Bürger von Rumänien und Deutschland – die Hauptgeschäftsstellte von Minvest Deva besetzt, um auf die illegalen und unrechtmäßigen Begünstigungen der Bergbauunternehmen durch den rumänischen Staat aufmerksam zu machen.

Wir verurteilen die zyanidbasierten Bergbauprojekte von Certej, Deva-Muncel, Băiţa, Crăciunești, Brad, Rovina and Roșia Montană. Diese Projekte haben zerstörerische Auswirkungen auf Natur und Mensch und können zudem nur durch Verstöße gegen die geltenden Genehmigungsverfahren starten. Allein in der Certej-Mine würden innerhalb der 16 Jahre Betriebsphase 26,448 Tonnen Natriumzyanid und 15.280 Tonnen Kupfersulfat verwendet werden. Die Verwendung von Zyanid bringt keinen Wohlstand in eine Gemeinschaft, sondern nur Tod und die Verhinderung anderer wirtschaftlicher Aktivitäten. Wir verurteilen das Handeln des derzeitigen Direktors der Deva Gold, Nicolae Stanca, denen der Geruch von Korruption, Interessenkonflikten und Amtsmissbrauch anhaftet. Er hat im Namen des rumänischen Staates, die Partnerschaftsabkommen zwischen Minvest Deva und Gabriel Resources im Jahr 1997 unterzeichnet und arbeitete danach für den umstrittenen Geschäftsmann Frank Timiș.

Rumänische Zivilgesellschaft heute

Gern stimme ich der berührenden Retrospektive auf andere Zeiten in Rumänien von Ana Blandiana zu. Die Anwendung dieses Rückblicks auf die Gegenwart hingegen muß befremden. Hat die Autorin noch nichts gehört vom Kampf um rumänische Natur, Kultur und Geschichte,der vor 13 Jahren im Dorf Rosia Montana/Westkarpaten begann und sich gegen den kanadisch-rumänischen Bergwerkskonzern Gabriel Resources wendet, der in zwei Jahrzehnten 300 t Gold zu je 1,3 g pro einer t Gestein aus dem sogenannten Erzgebirge heraussprengen und -spülen will mit hochgiftigem Zyanid? Die Kultur dieser Gegend reicht zurück bis in die Römerzeit. Rumänische Bauern, Kirchen und traditioneller Bergbau existieren hier seit Jahrhunderten. Mit diesen Menschen, ihrer Natur und Kultur haben sich große Teile der rumänischen Gesellschaft solidarisiert.Die landesweiten Proteste erreichten im Herbst 2013 mit täglichen Demonstrationen ihren Höhepunkt und zwangen die Regierung zu peinlichen Schachzügen bei entsprechenden Gesetzesvorhaben.

The new mining law is dead – Long live Rosia Montana!

Übernommen von www.rosiamontana.org, eigene Übersetzung: Das neue Bergrecht ist tot – Es lebe Rosia Montana! Parlament lehnt Änderungen am rumänischen Bergrecht ab, mit dem der Beginn des Rosia-Montana-Projekts durchgedrückt werden sollte Bukarest/ Rumänien – Nach langen Debatten innerhalb des Parlaments und Demonstrationen in ganz Rumänien haben die Abgeordneten heute eine Reihe von Änderungen zur Ankurbelung

Content Syndication: Beiträge von neuerweg.ro

Ab heute übernimmt cotaru.com Beträge des Blogs NeuerWeg.ro zu den Themen Rosia Montana, Pungesti und Mosna. User werden gegebenenfalls auf die Seite www.neuerweg.ro weitergeleitet.

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