Kommentar: Nicht mit #Gold aufzuwiegen – #RosiaMontana kommt auf die rumänische #UNESCO -Liste

Bukarest 2012: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)
Bukarest 2012: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)
Bukarest 2013: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)
2013: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)

Es geht also doch: Ein paar Dutzend Bergbauern und Aktivist*innen können es mit einem milliardenschweren Industrieprojekt und einer kleptokratischen Politelite aufnehmen. Roșia Montană ist vor seiner Zerstörung gerettet. Ein paar Tonnen weniger in der globalen Umlaufbahn, zweitausend Jahre reichhaltige Kulturgeschichte für die Zukunft bewahrt.

„Dies ist ein grosser Sieg für die Zivilgesellschaft, von Tausenden von Menschen in Rumänien und im Ausland, die die Rettung Roșia Montanăs gefordert haben und gegen die Zerstörung von Natur und Kultur auf die Straße gegangen sind“, sagt Eugen David, Präsident der Bürgerinitiative Alburnus Maior. Der gelernte Bergbauingenieur, das authentische Gesicht der Kampagne Save Roșia Montană, kehrte nach der Wende 1990 in sein Heimatdorf zurück und betreibt mit seiner Familie dort seither .

Und doch ist es unglaublich. Seit bald fünfzehn Jahren wurde für den Erhalt des Dorfes gekämpft, das sich einer multikulturellen Historie par excellence rühmen kann. Anfangs eine römische Siedlung unter dem Namen Alburnus Maior, dann bis heute sichtbare Koexistenz nicht nur rumänischer, ungarischer, deutscher und anderer Sprachen sowie ebenso vielen Konfessionen. Spätestens 2012 war Save Roșia Montană mehr als eine Umweltbewegung. Als ungeachtet unzähliger Gerichtsurteile die Bukarester Politik – quer duch alle Parteien übrigens – das Projekt zur Errichtung des grössten Goldtagebaus in Europa mit einem Sondergesetz durchboxen wollte, platzte der sonst schweigsamen Bevölkerung der Kragen. Täglich gingen bis zu Zehntausende auf die Strassen, im hippen Bukarest ebenso wie in entlegenen Städtchen. Aus dem Kampf um ein kleines wurde eine breite gesellschaftliche, politisch wachsame und international solidarisch verankerte Bürgerbewegung.

„Es fehlt nur noch eine Unterschrift“: Diesen Satz bekamen die Aktivist*innen der Save Roșia Montană immer wieder zu hören, seit 2009 der Antrag um Aufnahme des Ortes im rumänischen Apuseni-Gebirge in die Vorschlagsliste für die UNESCO eingereicht wurde. Und jetzt ging es so schnell, so unkompliziert. So normal. Rechtzeitig zum Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung Roșia Montanăs verlautbarten Kultur- und Umweltministerium der aktuellen Expertenregierung unter dem früheren EU-Agrarkommissar Dacian Cioloș ihre Entscheidung.

Roșia Montană ist nun auf der rumänischen Vorschlagsliste zur Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste. Dies ist der erste Schritt für neue Arbeit, die Ortsbevölkerung, Verwaltung und Expert*innen gemeinsam tragen werden müssen. Es ist das klare Zeichen der Bukarester Politik gegen die von und wiederholter Rechtsbeugung begleiteten Bemühungen um das Goldprojekt. Gewiss, es gibt allein in Rumänien weitere umstrittene Vorhaben zum Abbau von Gold und anderen Erzen, besonders das in einem in einem Naturschutzgebiet liegende Certej. Roșia Montană ist dennoch ein Mut machendes Beispiel weit über die rumänischen Landesgrenzen hinaus.

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