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Bukarest 2012: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)

Kommentar: Nicht mit #Gold aufzuwiegen – #RosiaMontana kommt auf die rumänische #UNESCO -Liste

Bukarest 2013: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)

Bukarest 2013: Proteste für Rosia Montana (Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153927162580816&set=a.449719750815.255101.600085815&type=3&theater)

Es geht also doch: Ein paar Dutzend Bergbauern und Aktivist*innen können es mit einem milliardenschweren Industrieprojekt und einer kleptokratischen Politelite aufnehmen. Roșia Montană ist vor seiner Zerstörung gerettet. Ein paar Tonnen Gold weniger in der globalen Umlaufbahn, zweitausend Jahre reichhaltige Kulturgeschichte für die Zukunft bewahrt.

Rumänische Zivilgesellschaft heute

Gern stimme ich der berührenden Retrospektive auf andere Zeiten in Rumänien von Ana Blandiana zu. Die Anwendung dieses Rückblicks auf die Gegenwart hingegen muß befremden. Hat die Autorin noch nichts gehört vom Kampf um rumänische Natur, Kultur und Geschichte,der vor 13 Jahren im Dorf Rosia Montana/Westkarpaten begann und sich gegen den kanadisch-rumänischen Bergwerkskonzern Gabriel Resources wendet, der in zwei Jahrzehnten 300 t Gold zu je 1,3 g pro einer t Gestein aus dem sogenannten Erzgebirge heraussprengen und -spülen will mit hochgiftigem Zyanid? Die Kultur dieser Gegend reicht zurück bis in die Römerzeit. Rumänische Bauern, Kirchen und traditioneller Bergbau existieren hier seit Jahrhunderten. Mit diesen Menschen, ihrer Natur und Kultur haben sich große Teile der rumänischen Gesellschaft solidarisiert.Die landesweiten Proteste erreichten im Herbst 2013 mit täglichen Demonstrationen ihren Höhepunkt und zwangen die Regierung zu peinlichen Schachzügen bei entsprechenden Gesetzesvorhaben.

Roșia, Moșna und Pungești

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Ende des Rechtsstaats? Polizeisperre an der Chevron-Baustelle. Pungești, 2.12.2013

Seit Anfang September wird in Rumänien protestiert. Erst gegen ein  Sondergesetz,  mit  dem  die  sozialliberale Regierung den Startschuss für das Goldtagebau-Vorhaben in Roșia Montană geben  wollte.  Doch  das  Thema  Schiefergas  wurde  auch  immer  dringender. Inzwischen zählen siebenbürgische Dorf Moșna/ Meschen und das moldauische Pungești mit zu den Wegmarken der neuen rumänischen Protestkultur. Oft heisst es in Demoaufrufen: „Roșia, Moșna și Pungești – trei motive ai să ieși!” Drei Dörfer und drei Gründe für alle Bürger_innen, auf die Strasse zu gehen.

Zwar ist das Sondergesetz nicht durch die Parlamentskammern  gekommen.  Nicht, dass man in Bukarest die Verfassungswidrigkeit eingesehen hätte, sondern weil die Proteste zu massiv waren. Alle Verantwortlichen  ruderten  zurück.  Herr  Ponta  wollte  als Abgeordneter gegen den von ihm als Premier  unterzeichneten  Entwurf  stimmen. Und siehe da – ganz nebenbei wurden alle strittigen Punkte in eine Neufassung des Bergrechts gepackt:  Privatfirmen  mit  Schürfrechten sollen u. a. auch enteignen dürfen. Dass die  erfolgreiche  Abstimmung  im  ersten Anlauf  misslang,  lag  nur  an  der  Unaufmerksamkeit  der  Senatoren    (die  falsch abstimmten…) und daran, dass im Parlament zu wenige Abgeordnete zum Votum erschienen.  Der  Kampf  um  die Aufnahme Roșia Montanăs in die Weltkulturerbeliste der UNESCO geht weiter.

Geburt des neuen Rumänien?

Rumänische Zivilgesellschaft formiert sich – auch Kirchen zeigen Flagge

Es gibt ein sinnvolles Ziel für die Gesellschaften,auf das hin sie sich entwickeln. Jede Revolution ist Ausdruck einer nicht assistierten oder resistierten Evolution auf dieses Ziel hin. Das sind Worte des Philosophen, Arztes, Bergbauingenieurs und Philosophen Franz von Baader (1765-1841), den ich notgedrungen aus dem Gedächtnis zitiere. (Seine uns Heutigen fremde Wortwahl unterstützt mein Gedächtnis, um nicht in dieser Tradition zu sagen: hilft ihm auf). Gut, er lebte im Zeitalter der Romantik!Könnte er dennoch mit seiner These den Puls der Zeit fühlen? Ich mußte in jüngerer Zeit oft an ihn denken. Wieso? Durch Begegnung mit gesellschaftlichen Wirklichkeiten:

Im grünen Tal entschleunigen – In der Mikroregion Harbach baut man auf sanften Tourismus

Abseits der Hauptverkehrswege, weit weg von Hotelanlagen und touristischen Vergnügungen erstrecken sich nordöstlich von Hermannstadt/Sibiu inmitten grüner Weidelandschaft 48 kleine Dörfer. Gemeinsam mit der Stadt Agnetheln/Agnita haben sich die dort liegenden 13 Gemeinden in und um das grüne Harbachtal/Valea Hârtibaciului zur Mikroregion Harbach/Microregiunea Hârtibaciu zusammengeschlossen. Eine einzigartig Natur- und Kulturlandschaft erstreckt sich hinter den Hügeln der Thalheimer Höhe. Sie lädt neugierige Besucher ein, in eine kaum erschlossene Region einzutauchen, die sich durch traditionelles Leben und Handwerk auszeichnet.

„Gold oder Leben in der Region?“ – Vierte EAS-Ökologie-Konferenz über Rosia Montana mußte unter Polizeischutz tagen

Das geplante Goldabbauprojekt in Rosia Montana erhitzte die Gemüter in- und ausländischer Konferenzteilnehmer

Seit rund zehn Jahren gibt es nun schon die Diskussion über das Goldabbauprojekt der Firma „Gold Corporation“ in Rosia Montana. Dort liegen die größten Goldvorkommen Europas unter der Erde. Mit einem gewaltigen Tagebau will die rumänisch-kanadische Firma dort die Vorkommen ausschöpfen. Doch dazu muß das Dorf weichen, es müssen mehrere Kirchen abgerissen und Gräber verlegt werden. Eine der schönsten Karpatenlandschaften würde dauerhaft zerstört werden. Mehrere Berge müßten komplett abgetragen werden. Und es drohen als Konsequenz zwei riesige Schlackenbecken mit hochgiftigen Zyanidresten aus dem Abbauprozeß.

Moara Veche/ Alte Mühle: Dank an 9 WadldörferInnen + 1 Begleiter

Den Schülerinnen und Schülern Hannah Kaspers, Mira Kreuzer, Karolin Lensch, Anna Ostheimer, Julian Baum, Konstantin Fick, Christian Schenk, Matthias Vogel und Fabian Walter von der Würzburger Waldorfschule danken wir für ihre unermüdliche Arbeit im Rahmen der Praktikumswochen vom 30.5. bis 16.6.2005 auf der Holzmengener Alten Mühle wie der Kirchenburg.

Europa in Siebenbürgen – Konversation und Verhör der Kulturen: Eginald Schlattner (*13.9.1933), Dichter in Europa

„Was ist ein ‚Kotzen’?“, frage ich die sonntägliche Kaffeerunde vor der Sommerküche auf dem Hof von Sophia Schneider, der 75-jährigen Bäuerin, Witwe die Hälfte ihres Lebens. Das Wort findet sich mehrfach in Eginald Schlattners Roman „Rote Handschuhe“ von 2001 (dtv 2003), und gerade hatte in der „Hermannstädter Zeitung“ gestanden, dass auf einem bekannten Jahrmarkt die Kotzenhändler ihre Stände aufbauen würden. Ohne Rücksicht auf das siebenbürgische Deutsch das fremde Wort ausgesprochen, konnte es mir von keinem Einheimischen erklärt werden. „Aber Eginald Schlattner gebraucht dieses Wort oft.“ Auf diesen Hinweis reagiert Thomas Drotleff, Bruder von Tante Sophia, Bauer und Kurator der Kirchenburg in Holzmengen/Hosman/Holcmány, knochentrocken: „Ja, wenn Sie’s vom Schlattner gehört haben, mag das sein. Der gebraucht viele Wörter.“ Ein Marburger Musikstudent, der mit seiner Freundin zur Kaffeerunde ebenso wie im Sommer angereiste Geschwister und Kinder aus Deutschland gehört, hat schon einmal früher nach dem Wort im Lexikon gesucht: Es ist eine Pferdedecke. Das also ist die Schlafstatt im Gefängnis für den Protagonisten aus Schlattners Roman!

Vergessene Orte: Engenthal/Mighindoala

Engenthal (rum.: Mighindoala) liegt zwischen den Dörfern Petersdorf (Petis) und Bell (Buia).

ROSIA MONTANA: Kanada hat Position bezogen

Bukarest/Rumänien, 11. November 2003. Grob geschaetzt 60 Menschen nahmen gestern morgen an einer bunten Aktion vor der kanadischen Botschaft in Bukarest teil. Anliegen war es , den neuen Botschafter Kanada’s in Rumaenien willkommen zu heissen und auf einige der furchtbaren Risiken hinzuweisen…

Per Bus und Bahn nach Skopje

Das Reisen mit dem Zug gehört wirklich zum Erfahren. Mag einer die Strapazen überfüllter Waggons beklagen, jemand anders ewig verdreckte Klos: ich genieße die Veränderung der Landschaft, der Architektur, Sprache und menschlichen Habitus von Station zu Station. Auch die ganz normalen Grenz-Erfahrungen gehören mit dazu. Diesmal war es aber mehr ein Binnen-Erlebnis. In Belgrad stieg ich um in einen Kurswagen, der von Ljubljana über Skopje bis Thessaloniki fuhr. Mit dabei eine Polizei-Patroullie, denn der Zug fährt durch Bujanovac und das Pre¨evo-Tal, jene südserbische Region, in der albanische Nationalisten bis zum vergangenen Sommer eine zweite Ausgabe des Kosovo-Konfliktes zu lancieren versuchten. Nach intensiven Bemühungen konnte das Gebiet vorerst beruhigt werden; eine angemessene Vertretung der albanischen Bevölkerung, ein Fernsehprogramm und anderes waren der angemessene Preis. Dennoch ist weiterhin viel Polizei präsent.