Tag: Jahr

Erinnern gegen Vergessen: „Ganz unten, ganz oben“ – Der Journalist Manfred Müller ist tot. (akt. 9.12.2004)

„Manfred Müller ist ganz oben oder ganz unten. Dazwischen gibt es nichts“, beschrieb vor einem Jahrzehnt ein Medienmensch seinen Kollegen. Diese Vereinfachung lässt den Akteur ebenso außer acht wie die Ursachen, die in den gesellschaftlichen Widersprüchen und politischen Kabalen liegen, in die der im Krankenhaus von Aue am 19.09.2004 Verstorbene hineinversetzt war.

1,5 Millionen Rumänen von der Grenze zurückgeschickt (ADZ, 19.11. 2004)

In diesem Jahr wurden bisher 1,5 Millionen rumänische Staatsbürger von der Grenze zurückgeschickt, weil sie verschiedene Ausreisebedingungen nicht erfüllten, berichtet „Ziua“ mit Bezug auf Angaben der Grenzpolizei. In 190.729 Fällen hatten die Betreffenden Einreiseverbot in den Schengenraum. Gefälschte Pässe oder Visa wurden in 451 Fällen entdeckt. In 171.688 Fällen lag die Krankenversicherung nicht vor und

…als ich jung war. Nachruf auf einen Unbekannten

Als Bukarest vor nun fast drei Jahren sein Volk zählen ließ, begab es sich, daß die Gesandten ein Dorf für tot erklärten. Nicht nur eines – eines aber lebte sicher noch zu jener Zeit. Es lebte und war doch schon gestorben.

Engenthal – rumänisch Mighindoala, ungarisch Ingodály – liegt versteckt zwischen Bell und Petersdorf nördlich des Kaltbachtales. Der Bericht über ein aufgegebenes Dorf in der Nähe weckte Abenteuerlust, Erzählungen von sächsischen Schäfern ließen aufhorchen. Im Frühjahr wanderten wir dort hinauf. In Bell glaubte man seinen Ohren nicht zu hören, als wir nach dem Weg fragten…

Impulse für die lokale Ökonomie in Hosman/ Holzmengen

Im Oktober 2004 konnte die Kulturland SRL – dank eines Darlehens des Mihai Eminescu Trust, London (MET) – in Hosman/ Holzmengen eine Motormühle „Langen & Wolf“ mit dazugehörigen Gebäuden (mit Schmiede) und Grund erwerben. Grundlage des Darlehens ist die Verpflichtung der Kulturland SRL, die Mühle instand zu setzen und künftige Gewinne in die Dorferhaltung fliessen zu lassen.

Europa in Siebenbürgen – Konversation und Verhör der Kulturen: Eginald Schlattner (*13.9.1933), Dichter in Europa

„Was ist ein ‚Kotzen’?“, frage ich die sonntägliche Kaffeerunde vor der Sommerküche auf dem Hof von Sophia Schneider, der 75-jährigen Bäuerin, Witwe die Hälfte ihres Lebens. Das Wort findet sich mehrfach in Eginald Schlattners Roman „Rote Handschuhe“ von 2001 (dtv 2003), und gerade hatte in der „Hermannstädter Zeitung“ gestanden, dass auf einem bekannten Jahrmarkt die Kotzenhändler ihre Stände aufbauen würden. Ohne Rücksicht auf das siebenbürgische Deutsch das fremde Wort ausgesprochen, konnte es mir von keinem Einheimischen erklärt werden. „Aber Eginald Schlattner gebraucht dieses Wort oft.“ Auf diesen Hinweis reagiert Thomas Drotleff, Bruder von Tante Sophia, Bauer und Kurator der Kirchenburg in Holzmengen/Hosman/Holcmány, knochentrocken: „Ja, wenn Sie’s vom Schlattner gehört haben, mag das sein. Der gebraucht viele Wörter.“ Ein Marburger Musikstudent, der mit seiner Freundin zur Kaffeerunde ebenso wie im Sommer angereiste Geschwister und Kinder aus Deutschland gehört, hat schon einmal früher nach dem Wort im Lexikon gesucht: Es ist eine Pferdedecke. Das also ist die Schlafstatt im Gefängnis für den Protagonisten aus Schlattners Roman!

Iluminsm – Aufklären: Beleuchten – Enlightment (eingereicht für „Hermannstadt, Europäische Kulturhauptstadt 2007“)

Die sakralen Gebäude des Mittelalters sollen von Impressionen des 21sten Jahrhunderts in ein diffuses Licht getaucht werden.

Vergessene Orte 4: Schlatt/ Zlagna

Schlatt, wann schaffen wir’s einmal zu Dir? Seit über einem Jahr fehlt schon das Schild am Abzweig zwischen Magarei/ Pelisor und Meschen/ Mosna.

...Schlatten

Mobile Schule

Situation: Im ländlichen Raum existieren schwerpunktmäßig Schulen bzw. Schulzweige mit Unterricht in anerkannten Minderheitensprachen. Es gibt jedoch Orte, wo der Anteil minderheitensprachlicher Schüler dafür zu gering ist oder die Anfahrtswege ein Problem darstellen. In Elternhäusern mit nur einem Elternteil der jeweiligen Minderheitensprache wird tendenziell rumänisch gesprochen, die Mehrsprachigkeit ist inaktiv bzw. geht verloren.

Jeder Tag ein Bild – Tägliche Kultur mitten am Rande Europas

Warum niemand mehr im Dorf Marmelade mache, frage ich. Die Holländer mit ihren Lkws voll Hilfsgütern würden ja wieder kommen, antwortet die Nachbarin. Manche waschen gar nicht mehr ihre Wäsche, sondern verbrennen sie, wenn der Haufen groß genug ist. Aer curat şi apă bună – saubere Luft und gutes Wasser – hätten sie, sagen Alte wie Junge und schütteln den Kopf, wenn ihnen jemand eine chemische Analyse zeigt, die das Gegenteil behauptet. Wir haben das immer getrunken, uns geht’s gut. Während ein netter Herr mittleren Alters eine Handvoll Düngergranulat neben seine Kartoffel in die Erde legt, versichert er ernsthaft: „100 Prozent biologisch.“

Rumänien, Land voll widersprüchlicher Bilder. Ich bin nun das dritte Jahr hier in einem Dorf Siebenbürgens. Die Gegend ist geschlagen von Abwanderung, vergessen von der Politik, besucht von wenigen – doch grundverschiedenen – Reisenden – und schlägt sich, wie der weite Rest des Landes, mit etlichen Problemen herum.

Vergessene Orte 2: Magarei/Pelisor

Diesmal ein Ausflug nach Magarei, gelegen zwischen Agnetheln/Agnita und Mediasch/Medias, direkt an der Straße. Herr Mild ist Kurator dort und in Haus Nr. 17 gegenüber des Pfarrhauses anzutreffen.

Shooting at the Gates – Phototour zu den Kirchenburgen

Eine Gruppe junger Leute -StädterInnen allesamt – hat sich auf den Weg gemacht, die Kirchenburgen zu erkunden, sie und das Drumherum in Bildern festzuhalten. Neben vielen guten Eindrücken wohl auch der, daß die meisten Burgen leider tot sind, weil sie eben ihren sakral-spirituellen Charakter nur noch im Schweigen äußern. Dennoch eine wunderbare der Idee der Echipe von dordeduca.ro.

Der Beauftragte für Roma-Fragen des Kreises Alba Iulia schildert seine Lage

Ein Beitrag von Stephan Drube (via rumaenienrundbrief@web.de) – „Wenn es so wie bisher weitergeht, daß ich alle Fahrten ohne irgendeine Kostenerstattung und meine Projekte ohne Zuschüsse am Leben erhalten muß, dann lege ich mein Amt nieder. Fünf Enkel und zwei meiner Töchter leben noch bei mir in der Wohnung. Meine Frau verkauft Kräuter auf dem Markt, damit ich meine Arbeit finanzieren kann. Ist so ein Leben mit einer einzigen Rente von 2 Mio Lei ( 50 ¤) überhaupt möglich?“

Border 04-Projekt, unterwegs in Osteuropa …

Ein Beitrag von Hagen, Hanau: Border 04 ist ein vielgestaltiges Kontakt- und Untersuchungsprojekt, das von Juli bis September 04 vom Balkan bis ins Baltikum entlang der neuen EU-Außengrenzen unterwegs sein wird. In Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen, Medien- und Kulturzentren, sollen die alten und neuen Grenzen des amtlichen Europa erkundet, umrundet und durchlöchert werden. Befindet sich jenseits der politischen Grenzen ein virtuelles Europa? Ein offenes Europa, dem es nicht länger um Ein- oder Ausschluss geht, sondern vielmehr um Kommunikations- und Bewegungsfreiheit?

Vergessene Orte: Engenthal/Mighindoala

Engenthal (rum.: Mighindoala) liegt zwischen den Dörfern Petersdorf (Petis) und Bell (Buia).

Über 500 000 Rumänen von der Grenze zurückgeschickt

Bukarest, 17.4.2004, ADZ, deutschIn den ersten drei Monaten dieses Jahres hat die Grenzpolizei 503.697 rumänische Staatsbürger, die ins Ausland reisen wollten, wieder zurückgeschickt, weil sie die gesetzlichen Vorschriften nicht erfüllten, schreibt „Adevarul“. 160 Personen hatten versucht, mit gefälschten Papieren über die Grenze zu kommen. Im ersten Trimester 2004 wurden dreimal mehr Personen an der Ausreise

1 … 5 6 7 8 9