Tag: EU

IRLAND: Don’t Attack Iraq

Der Protest gegen die US-Kriegsvorbereitungen gegen den Irak konzentrieren sich in Irland auf den Flughafen Shannon. Vor dem Zivilflughafen Shannon der von den Amerikanern zum Auftanken ihrer Militärtransporter am Weg in die Golfregion mißbraucht wird, wächst das Shannon Peace Camp.

Vom Schreiben als Befreiung

Hajrija Hrustanovic stammt aus einem Dorf in Bosnien. Mit ihren Kindern flüchtet sie zu Beginn des Krieges nach Österreich und findet Arbeit in einem Gasthof. Dort unterstellen ihr die Eigentümer einen Diebstahl. Das Trauma dieser Kränkung zwingt sie eines Tages dazu, ihre Geschichte niederzuschreiben.

Reise zu den Opfern Großeuropas

Karl-Markus Gauß unterwegs zu vergessenen Kulturen.

Wer schon ahnt in Deutschland mehr von den Lausitzer Sorben als ein vage aufsteigendes Bild kahnstakender Trachtenträger im Spreewald? Denen muß es ja gut gehen, sagt der Mehrheitsdeutsche und lehnt zufrieden zurück. Die albanisch sprechenden Arbëreshe in Kalabrien? Jüdische Sepharden in Sarajevo? Aromunen, Ruthe-nen? Rumäniens Siebenbürger Sachsen oder die Gotscheer in Slowe-nien – deutsch außerhalb des germanischen Monolithen? – Nein, bitte nicht, das geht zu weit.

Blick nach Alzen

Ich bin in Alzen gewesen. Das Schild am Ortseingang sagt mir Altîna, sagt weniger Willkommen! als wo ich bin. Die Häuser an der Straße stehen stumm und sagen Sachsenland, Altes Land – schau, wo du bist. Die Kirche, die der Protestanten, thront über ihrer eigenen Geschichte: Früher ein typisches Sachsendorf, heute rumänische Sprache und neue Mehrheiten. Rechterhand an einem Hang, als hätte jemand mit der Hand etwas zur Seite geschoben, liegt Klein-Berlin. Eine Zigeunersiedlung, so höre ich. Welche Zunge ihr diesen Namen verlieh, erfahre ich nicht, genauso wenig, welche Idee sich mit der Taufe verband. Das verfallene Bürgermeisteramt – einst ein k.u.k.-Prachtbau, wird erzählt – in der Mitte Alzens ist verschwunden, und so ist, von Hermannstadt kommend, der Blick frei: halb durch den Ort hindurch, halb über ihn hinweg.

Per Bus und Bahn nach Skopje

Das Reisen mit dem Zug gehört wirklich zum Erfahren. Mag einer die Strapazen überfüllter Waggons beklagen, jemand anders ewig verdreckte Klos: ich genieße die Veränderung der Landschaft, der Architektur, Sprache und menschlichen Habitus von Station zu Station. Auch die ganz normalen Grenz-Erfahrungen gehören mit dazu. Diesmal war es aber mehr ein Binnen-Erlebnis. In Belgrad stieg ich um in einen Kurswagen, der von Ljubljana über Skopje bis Thessaloniki fuhr. Mit dabei eine Polizei-Patroullie, denn der Zug fährt durch Bujanovac und das Pre¨evo-Tal, jene südserbische Region, in der albanische Nationalisten bis zum vergangenen Sommer eine zweite Ausgabe des Kosovo-Konfliktes zu lancieren versuchten. Nach intensiven Bemühungen konnte das Gebiet vorerst beruhigt werden; eine angemessene Vertretung der albanischen Bevölkerung, ein Fernsehprogramm und anderes waren der angemessene Preis. Dennoch ist weiterhin viel Polizei präsent.

Rumänien po polsku

Drei Wochen sind wir mittlerweile hier und kommen immer noch an. Der Frühling hat sich so langsam durchgerungen, die Dorfhirten sind vergangene Woche neu gewählt worden; das Vieh zieht wie gewohnt des Morgens aus dem Dorf, tagsüber in Sichtkontakt um selbiges herum, bevor gegen sieben Uhr abends ein blökende, grunzende und muhende rush-hour einsetzt.

Serbien nach Milosević

Ivana Spasić vom Institut für Sozialtheorie und Philosophie – Belgrad leitet die erste große Sozialstudie seit dem Sturz von Milo¨ević.

Rechtsextremismus und Geschichtsumdeutung in Rumänien

William Totok, rumänischer Publizist erläutert die Zusammenhänge zwischen den Wahlerfolgen des rechtsextremen Parteiführers Tudor und der latenten Verharmlosung der rumänischen Kolaborationsregierung 1938 – 1945.

Alte Narben – Neue Spannungen!

AIM, das Alternative Informationsnetzwerk unabhängiger Journalisten und Journalistinnen auf dem Balkan, hat ein Dossier veröffentlicht, das die möglichen Konsequenzen der aktuellen Krise für die ganze Region zu analysieren versucht.

Sklaven zur See

Ein Interview mit Peter Schmid von der Internationalen Transportarbeiter-Föderation: „Sklaven zur See“ für Europa von unten (11/2000).

Musterfall Varvarin

Eine serbische Kleinstadt klagt Deutschland wegen der NATO-Bombardements

Interkulturelle Projekte in „national befreiten Zonen“ – ein Lokalaugenschein in Mecklenburg-Vorpommern

Im Februar 2001 publizierte die Hamburger Zeitschrift „Die Woche“ eine Landkarte mit den sogenannten „National befreiten Zonen“. Die Gebiete bezeichnen aus Sicht der Betroffenen rechtsextremer und rassistischer Gewalt, Angst- und Bedrohungsräume, die sich zumeist im östlichen Teil Deutschlands befinden. Diskriminierende und ausgrenzende Tendenzen bis hin zu körperlicher Gewalt sind dort vorzufinden.

Interview mit György Konrád

Als der Schriftsteller, Soziologe und Psychologe György Konrád am 24. Mai den diesjährigen Karlspreis erhielt, verzichtete er in seiner Dankesrede nicht darauf, daran zu erinnern, daß dieser Preis zuvor zwei wichtigen Repräsentanten für die NATO-Bombardierungen Jugoslawiens 1999 zugesprochen worden war. Konrád hatte diesen Krieg auf das Schärfste kritisiert.

Montenegro: Auch nach den Wahlen bleibt die montenegrinische Gesellschaft gespalten

Eine Einschätzung von Drasko Duranovic Chefredakteur des unabhängigen Wochenmagazins „Monitor“ und der AIM-Redaktion in Podgorica/Montenegro.

Hin und Her

Mitte Februar fuhr ich von Kärnten durch Slowenien, Kroatien und die Vojvodina im Zug nach Belgrad – mit Bozas Einladung, dem Visa und allerlei dingend empfohlenen wie überflüssigen Halbdokumenten im Gepäck. Mein zweites Visum überhaupt; im November 1989 einmal Stunden schlangestehen, um mir von spätpreussischen Beamten ein „Visum zur Ausreise in die BRD“ in den Personalausweis stempeln zu lassen. Februar 2001: Visum, die zweite.

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