„Die Utopie der Widerspenstigen“ – Ausstellung zu 40 Jahren Longo maï

25. Oktober bis 15. November 2014 Berlin – Freies Museum Bülowstrasse 90 ab 26.10.14 täglich von 12 bis 20 Uhr www.prolongomai.ch Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Ausstellungsprogramms entnehmen Sie bitte der PDF-Datei. Die gegenwartszentrierte Ausstellung zeigt das heutige Bestehen der Kooperative Longo maï als gelebte Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft, die eine eigenständige Lebensweise hervorgebracht

Das Rosia Montana Fan Fest 2014 (11.-17. August). Ein Bericht von Hugo-Alexander Frohn

Rosia Montana (dt. Goldbach) ist ein kleiner Ort im Apuseni-Gebirge (Kreis Karlsburg) wo schon zu römischen Zeiten Gold gefördert wurde. Der internationale Konzern „Rosia Montana Gold Corparation“ (Hauptshareholder: Gabriel Resources, Gründer: Frank Timis) plant dort die Eröffnung einer neuen „offenen“ Goldmine, in der auch Zyanid verwendet werden soll. Aus Protest dagegen findet seit 2004 jährlich das „Rosia Montana FanFest“, ein ökologisch-kulturelles Festival organisiert von „Alburnus Maior“ (Leiter: Eugen David), „Green Transylvania“ (Leiter: Csongor Kovacs) und anderen NGOs, statt.

Rosia Montana, Fân Fest #9. Bild: Manfred Mehrer/ MIMAtelier

Roșia Montană: Rückblick auf das FânFest #9

Rosia Montana, Fân Fest #9. Bild: Manfred Mehrer/ MIMAtelier

Rosia Montana, Fân Fest #9 – Die Theatergruppe Circus Mundi in Aktion. Bild: Manfred Mehrer/ MIMAtelier

Am 17. August endete im rumänischen Roșia Montană nach einer Woche die neunte Ausgabe des jährlich stattfindenden FânFests (englisch-rumänisches Wortspiel zwischen „Heu“ und „Fan“) der Kampagne zur Rettung des Bergdorfes.

Etwa 7.000 Menschen aus dem In- und Ausland fanden vom 11. bis 17. August den Weg nach Roșia Montană. Neben einem reichhaltigen Angebot an Konzerten gab es Filvorführungen, Workshops und ein breit gefächertes Sozialforum. All dies fand unter freiem Himmel genauso statt wie in den zahlreichen örtlichen Kirchen der verschiedensten Konfessionen. Unter den Gästen waren AktivistInnen aus dem spanischen Corcoesto, dem französischen Nantes und dem türkischen Çanakkale, wo ein dem rumänischen Vorhaben vergleichbares Projekt geplant ist.

Die Ordnungsmacht des Wortes

Der siebenbürgische Schriftsteller Joachim Wittstock wird am 28.8.2014 75 Jahre alt

Der Philologe und Schriftsteller Joachim Wittstock ist in seinem Geburtsort Hermannstadt/Sibiu ungemein präsent, und das auf eine feinfühlig zurückhaltende Weise. „Sprichwörtlicher Takt, unnachgiebiger Anspruch“ hat Martin Ohnweiler seine Adresse zur Verleihung der Ehrendoktorwürde überschrieben.1 Diese Haltung macht Joachim Wittstock unauffällig einflußreich. Ich habe ihn in den Jahren 2012/2013 als einen unermüdlichen Kultur-Netzwerker kennengelernt, der über seine Mühen in der Sache nicht klagte, sondern unverdrossen für das angestrebte Ziel wirkte.2

Bild: Bianca Bogdan

Rumänien anders: Ein „Unruheständler“ in Siebenbürgen

An Zukunftsvisionen denke er selten, meint Ilarion Bârsan. Der fast 70-jährige mit den wachen Augen sagt das am Ende unseres langen Gespräches über das Harbachtal, seine Heimatregion. Seine Biographie beginnt, wo der Harbach entspringt, bei Retiș (Retersdorf) weit im Nordosten des Tals. Hier sitzen wir mit Blick über die für das Harbachtal prägenden, bisweilen endlos wirkenden Schafweiden. Ilarion Bârsan ist ein Beispiel dafür, wie die Bevölkerung nach tragfähigen Lösungen für ihre Region sucht.

Demonstration in Klausenburg/ Cluj, Herbst 2013 (Quelle: Kampagne Save Rosia Montana!)

Artikel im Rundbrief der Bewegungsstiftung „Bewegungsstiftung aktuell“: Wir retten Roșia Montană!

Gastbeitrag von Joachim Cotaru von der Kampagne Save Roșia Montană

Nach 15 Jahren Kampf gegen Europas größten geplanten Goldtagebau in Rumänien scheint ein Sieg greifbar. Die endgültige Entscheidung aber steht noch aus.

Demonstration in Klausenburg/ Cluj, Herbst 2013 (Quelle: Kampagne Save Rosia Montana!)

Demonstration in Klausenburg/ Cluj, Herbst 2013 (Quelle: Kampagne Save Rosia Montana!)

Im Herbst 2013 gingen insgesamt weit über hunderttausend rumänische Bürgerinnen und Bürger auf die Straße. Anlass war der Versuch der Regierung, ein Sondergesetz für die Genehmigung des Goldtagebau-Projekts in Roșia Montană ohne umständliche Anhörungen durch die Parlamentskammern zu jagen. Doch außerhalb der politischen Kaste Rumäniens will fast niemand dieses Projekt. Niemand will die Zerstörung der fast 1.900 Jahre alten Siedlung für 17 Jahre Gold- und Silberabbau. Nichts berechtigt die Ausbeutung von 300 t Gold und 1.300 t Silber im Tausch für ein 250 Millionen Kubikmeter fassendes Rückhaltebecken, in dem sich die Zyanidlauge für Jahrzehnte absetzen soll. Kein Argument gibt es für eine begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen als Gegenleistung für eine vergiftete Zukunft, in der die Roșia Montană Gold Corporation (RMGC) sicherlich nicht mehr haftbar sein wird. Hingegen gibt es Menschen, die weiterhin in Roșia Montană leben wollen und viele in Rumänien und der Welt, die sie bei diesem Kampf unterstützen. So ist aus „Save Roșia Montană!“ die größte Umwelt- und Sozialkampagne unseres Landes geworden. Die Bewegungsstiftung unterstützt sie seit 2013.

Ausser der Reihe: G. Krone-Schmalz über die westliche Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt

Weil der Ukraine-Konflikt direkte Auswirkungen auch auf Rumänien hat, hier ein Youtube-Clip mit der bekannten Journalistin Gabriele-Krone-Schmalz zur einseitigen Berichterstattung – auch – der westlichen Medien im Ukraine-Konflikt.  

3 Artikel über ein Dorf – „Sie sehen, was Sie suchen.“

10Es ist im Rumänischen nicht anders als im Deutschen: Der Mythos zählt. Ich finde es immer wieder frappierend, wie unterschiedlich wir ein und denselben Ort sehen und bewerten können. Dass mir persönlich romantisches Quersprech abgeht, sei einmal dahingestellt und statt dessen einmal drei Beiträge aus dem Netz zu Hosman/ Holzmengen hierher verlinkt – vergleichen Sie selbst:

Wusch/ Mocăniță: Neue Perspektiven, neue Hoffnung?

Hat die „Wusch“ eine Zukunft? Rundtischgespräch identifizierte mögliche Strategie zur Wiederbelebung der Schmalspurbahn   Hier der Link zum ADZ-Artikel anlässlich des Rundtisch-Gespräches am Tag des Denkmals, 19.9. 2013 Neues Ende März 2014: Schmalspurbahn vom Tunnelende – Kampagne zur Wiedereinführung der Schmalspurbahn wurde prämiert Nachtrag am 22.10.2013: Der Herr Kreisratsvorsitzende Ioan Cindrea, ein wahrer Mann des

Mal was Anderes: Kinderspass – Wasser-Luftdruck-Rakete

Die Original-Anleitung gibt es hier: http://www.bauanleitung.org/diverses/rakete-bauanleitung/

Forum gegen Grossprojekte: 2014 in Roșia Montană

Vom 8. bis 11. Mai findet das 4. Forum gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte statt. Diesmal im rumänischen Roșia Montană.

Nichts kann die Kampagne zur Rettung des westkarpatischen Bergdorfes Roșia Montană neben dem Widerstand der rumänischen Bürger_innen mehr brauchen als internationale Aufmerksamkeit. Die ist schwer zu erreichen, wenn es um die Ausbeutung von Bodenschätzen in einem strukturschwachen Land geht. Diese Feststellung gilt für ganz Osteuropa, auf dem in diesem Jahr auch der Fokus des Forums liegen soll. Nicht nur hat sich die freiheitliche Variante nach den Jahrzehnten kommunistischer Diktaturen für viele Bewohner_innen mittlerweile in einen „demokratischen Albtraum“ verwandelt, wie es im Aufruf heisst. Mehr noch, die gesamte östliche Grenzregion der Festung Europa steht mittlerweile unter Dampf. Nichts ist mehr gut von Kiew bis Damaskus und Europa scheint nicht aktiv an Entspannung, geschweige denn: Verbesserung dieser Lage interessiert.

Pressemitteilung von Alburnus Maior: Staatliche Bergbaufirma Rumäniens Minvest Deva von Zyanid- und Goldabbau-Gegnern besetzt

faracianuraHeute, am 3. Februar 2014, haben wir – Bürger von Rumänien und Deutschland – die Hauptgeschäftsstellte von Minvest Deva besetzt, um auf die illegalen und unrechtmäßigen Begünstigungen der Bergbauunternehmen durch den rumänischen Staat aufmerksam zu machen.

Wir verurteilen die zyanidbasierten Bergbauprojekte von Certej, Deva-Muncel, Băiţa, Crăciunești, Brad, Rovina and Roșia Montană. Diese Projekte haben zerstörerische Auswirkungen auf Natur und Mensch und können zudem nur durch Verstöße gegen die geltenden Genehmigungsverfahren starten. Allein in der Certej-Mine würden innerhalb der 16 Jahre Betriebsphase 26,448 Tonnen Natriumzyanid und 15.280 Tonnen Kupfersulfat verwendet werden. Die Verwendung von Zyanid bringt keinen Wohlstand in eine Gemeinschaft, sondern nur Tod und die Verhinderung anderer wirtschaftlicher Aktivitäten. Wir verurteilen das Handeln des derzeitigen Direktors der Deva Gold, Nicolae Stanca, denen der Geruch von Korruption, Interessenkonflikten und Amtsmissbrauch anhaftet. Er hat im Namen des rumänischen Staates, die Partnerschaftsabkommen zwischen Minvest Deva und Gabriel Resources im Jahr 1997 unterzeichnet und arbeitete danach für den umstrittenen Geschäftsmann Frank Timiș.

© Copyright 2013 Mocanita din Valea Hartibaciului, Foto: Daniel Secarescu

Aufruf aus dem Harbachtal/ Valea Hârtibaciului: Salvați mocanița Sibiu-Agnita! Rettet die Wusch!

Au trecut 12 ani de când fluierul mocăniţei nu se mai aude pe Valea Hârtibaciului. S-a aşternut liniştea şi nepăsarea autorităţilor peste soarta acestui obiectiv de suflet al hârtibăcenilor: Semnaţi petiţia, salvaţi mocăniţa!

Zwölf Jahre sind vergangen, seitdem zum letzten Mal das Pfeifen der Wusch im Harbachtal zu hören war. Gleichgültigkeit hat sich breitgemacht und Gleichgültigkeit der Behörden gegnüber diesem Stück Seele der Harbachtaler: Unterschreibt die Petition, rettet die Wusch!

Schiefergas? Umstrittene Erkundungen mittlerweile in ganz Rumänien. Aktivist_innen publizieren interaktive Karte

1507436_10202389705855623_1051523076_oHeute wurden Aktivitäten der umstrittenen Erkundungsfirma Prospecțiuni S. A. im nordöstlichen Landkreis Neamț bekannt. (( Der Blog NeuerWeg.ro berichtet dazu unter dem Link www.neuerweg.ro/gaze-de-sist-in-jud-neamt-prospectiuni-s-a-navaleste-in-razboieni/ mit dem Titel „Gaze de sist in jud. Neamt: PROSPECTIUNI S.A. navaleste in Razboieni.“, etwa: „Schiefergas im Landkreis Neamț: Prospecțiuni S. A. landet in Razboieni“ )) Dies ist ein weiterer Ort in einer inzwischen rasant an Umfang zunehmenden Liste betroffener Gebiete in ganz Rumänien.

Aus diesem Anlass wurde auf Facebook heute eine Google Map publiziert, mit der Aktivist_innen hoffen, einen Informationspool zu schaffen. Bild und Text übernehme ich hier in eigener Übersetzung (( Der Originaleintrag auf FB findet sich unter dem Link www.facebook.com/photo.php?fbid=10202389705855623&set=a.2879091028019.2133290.1582343439&type=1&theater )) :

„Mobile Sondenjäger-Einsatzgruppe  – eine grosse Notwendigkeit!

Rumänische Zivilgesellschaft heute

Gern stimme ich der berührenden Retrospektive auf andere Zeiten in Rumänien von Ana Blandiana zu. Die Anwendung dieses Rückblicks auf die Gegenwart hingegen muß befremden. Hat die Autorin noch nichts gehört vom Kampf um rumänische Natur, Kultur und Geschichte,der vor 13 Jahren im Dorf Rosia Montana/Westkarpaten begann und sich gegen den kanadisch-rumänischen Bergwerkskonzern Gabriel Resources wendet, der in zwei Jahrzehnten 300 t Gold zu je 1,3 g pro einer t Gestein aus dem sogenannten Erzgebirge heraussprengen und -spülen will mit hochgiftigem Zyanid? Die Kultur dieser Gegend reicht zurück bis in die Römerzeit. Rumänische Bauern, Kirchen und traditioneller Bergbau existieren hier seit Jahrhunderten. Mit diesen Menschen, ihrer Natur und Kultur haben sich große Teile der rumänischen Gesellschaft solidarisiert.Die landesweiten Proteste erreichten im Herbst 2013 mit täglichen Demonstrationen ihren Höhepunkt und zwangen die Regierung zu peinlichen Schachzügen bei entsprechenden Gesetzesvorhaben.

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