Tag: demonstration
Rumänien: (K)Ein enttäuschendes Wahlergebnis
Am 11. Dezember haben die rumänischen Bürger_innen die Abgeordnetenkammer und den Senat neu gewählt. Etliche gute Freund_innen waren am Tag nach der Wahl fast am Kofferpacken, so tief enttäuschte sie das Wahlergebnis. Die PSD mit einem historischen Wahlsieg – nein, das hatte sich niemand träumen lassen. Es lohnt sich dennoch, genauer zu schauen, was passiert ist.
Erklärung: Weihnachtsgruß von Neunundachtziger*innen 25 Jahre nach dem Mauerfall
*** In Solidarität hier übernommen ***
PEGIDA – Nie wieda!
Wir sind das Volk ruft ihr
Freiheit Toleranz Welt offen meinte das ’89
Visa frei bis Hawai war die Devise
Und: Die Mauer muss weg
Ihr aber wollt:
Visa frei nur für uns
Die Mauer muss weg nur für uns
Die Mauer muss her am Mittelmeer
25 Jahre nach Mauerfall
Gold, Minister, Volk und Wahlen
Vor einem Jahr gingen die Menschen in Rumänien gegen Goldabbau, Korruption und eine arrogante Politiker_innenkaste auf die Strassen. Eine Betrachtung wenige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen.
Roșia Montană: Rückblick auf das FânFest #9
Rosia Montana, Fân Fest #9 – Die Theatergruppe Circus Mundi in Aktion. Bild: Manfred Mehrer/ MIMAtelier
Am 17. August endete im rumänischen Roșia Montană nach einer Woche die neunte Ausgabe des jährlich stattfindenden FânFests (englisch-rumänisches Wortspiel zwischen „Heu“ und „Fan“) der Kampagne zur Rettung des Bergdorfes.
Etwa 7.000 Menschen aus dem In- und Ausland fanden vom 11. bis 17. August den Weg nach Roșia Montană. Neben einem reichhaltigen Angebot an Konzerten gab es Filvorführungen, Workshops und ein breit gefächertes Sozialforum. All dies fand unter freiem Himmel genauso statt wie in den zahlreichen örtlichen Kirchen der verschiedensten Konfessionen. Unter den Gästen waren AktivistInnen aus dem spanischen Corcoesto, dem französischen Nantes und dem türkischen Çanakkale, wo ein dem rumänischen Vorhaben vergleichbares Projekt geplant ist.
Artikel im Rundbrief der Bewegungsstiftung „Bewegungsstiftung aktuell“: Wir retten Roșia Montană!
Gastbeitrag von Joachim Cotaru von der Kampagne Save Roșia Montană
Nach 15 Jahren Kampf gegen Europas größten geplanten Goldtagebau in Rumänien scheint ein Sieg greifbar. Die endgültige Entscheidung aber steht noch aus.
Im Herbst 2013 gingen insgesamt weit über hunderttausend rumänische Bürgerinnen und Bürger auf die Straße. Anlass war der Versuch der Regierung, ein Sondergesetz für die Genehmigung des Goldtagebau-Projekts in Roșia Montană ohne umständliche Anhörungen durch die Parlamentskammern zu jagen. Doch außerhalb der politischen Kaste Rumäniens will fast niemand dieses Projekt. Niemand will die Zerstörung der fast 1.900 Jahre alten Siedlung für 17 Jahre Gold- und Silberabbau. Nichts berechtigt die Ausbeutung von 300 t Gold und 1.300 t Silber im Tausch für ein 250 Millionen Kubikmeter fassendes Rückhaltebecken, in dem sich die Zyanidlauge für Jahrzehnte absetzen soll. Kein Argument gibt es für eine begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen als Gegenleistung für eine vergiftete Zukunft, in der die Roșia Montană Gold Corporation (RMGC) sicherlich nicht mehr haftbar sein wird. Hingegen gibt es Menschen, die weiterhin in Roșia Montană leben wollen und viele in Rumänien und der Welt, die sie bei diesem Kampf unterstützen. So ist aus „Save Roșia Montană!“ die größte Umwelt- und Sozialkampagne unseres Landes geworden. Die Bewegungsstiftung unterstützt sie seit 2013.
Rumänische Zivilgesellschaft heute
Gern stimme ich der berührenden Retrospektive auf andere Zeiten in Rumänien von Ana Blandiana zu. Die Anwendung dieses Rückblicks auf die Gegenwart hingegen muß befremden. Hat die Autorin noch nichts gehört vom Kampf um rumänische Natur, Kultur und Geschichte,der vor 13 Jahren im Dorf Rosia Montana/Westkarpaten begann und sich gegen den kanadisch-rumänischen Bergwerkskonzern Gabriel Resources wendet, der in zwei Jahrzehnten 300 t Gold zu je 1,3 g pro einer t Gestein aus dem sogenannten Erzgebirge heraussprengen und -spülen will mit hochgiftigem Zyanid? Die Kultur dieser Gegend reicht zurück bis in die Römerzeit. Rumänische Bauern, Kirchen und traditioneller Bergbau existieren hier seit Jahrhunderten. Mit diesen Menschen, ihrer Natur und Kultur haben sich große Teile der rumänischen Gesellschaft solidarisiert.Die landesweiten Proteste erreichten im Herbst 2013 mit täglichen Demonstrationen ihren Höhepunkt und zwangen die Regierung zu peinlichen Schachzügen bei entsprechenden Gesetzesvorhaben.
The new mining law is dead – Long live Rosia Montana!
Übernommen von www.rosiamontana.org, eigene Übersetzung: Das neue Bergrecht ist tot – Es lebe Rosia Montana! Parlament lehnt Änderungen am rumänischen Bergrecht ab, mit dem der Beginn des Rosia-Montana-Projekts durchgedrückt werden sollte Bukarest/ Rumänien – Nach langen Debatten innerhalb des Parlaments und Demonstrationen in ganz Rumänien haben die Abgeordneten heute eine Reihe von Änderungen zur Ankurbelung
Geburt des neuen Rumänien?
Rumänische Zivilgesellschaft formiert sich – auch Kirchen zeigen Flagge
Es gibt ein sinnvolles Ziel für die Gesellschaften,auf das hin sie sich entwickeln. Jede Revolution ist Ausdruck einer nicht assistierten oder resistierten Evolution auf dieses Ziel hin. Das sind Worte des Philosophen, Arztes, Bergbauingenieurs und Philosophen Franz von Baader (1765-1841), den ich notgedrungen aus dem Gedächtnis zitiere. (Seine uns Heutigen fremde Wortwahl unterstützt mein Gedächtnis, um nicht in dieser Tradition zu sagen: hilft ihm auf). Gut, er lebte im Zeitalter der Romantik!Könnte er dennoch mit seiner These den Puls der Zeit fühlen? Ich mußte in jüngerer Zeit oft an ihn denken. Wieso? Durch Begegnung mit gesellschaftlichen Wirklichkeiten:
Roșia Montană: Gefährlicher Polit-Zirkus um verfassungsfeindliches Gesetz
Rumänien im Aufruhr. Acht Wochen seit Beginn der friedlichen Massenproteste. Die rumänische Politszene kriminalisiert vermehrt die Strassenproteste.
Im September waren die Proteste in Rumänien noch von der Euphorie getragen, erstmals zehntausende Menschen für eine Forderung auf die Strassen gebracht zu haben und nicht gegen eine_n bestimmte_n Politiker_in. Die Konzentration auf die Forderung „Rettet Roșia Montană!“ wird inzwischen zwar von Rücktrittsforderungen begleitet – es ist aber allen Protestierenden klar, dass es sich bei den Volksvertreter_innen in Bukarest um eine prinzipiell geschlossene Kaste handelt. Das „erwachte Dornröschen“, wie eine Bloggerin die Masse der Demonstrant_innen treffend bezeichnete, wusste von Anbeginn, dass personelle Konsequenzen zwar Teilerfolge sichern, das Goldtagebau-Projekt der Roșia Montană Gold Corporation (RMGC) jedoch nicht aufhalten würde.
Vereint, enttäuscht – bald wütend?
Rumänien erlebt die grössten Proteste seit 1989 gegen die drohende Genehmigung einer Goldmine in Roșia Montană.
Ich schreibe diesen Text am 18. September im siebenbürgischen Cluj. Ende August übergab die Regierung den Entwurf eines Sondergesetzes für den Start des Goldminen-Projekts der Roșia Montană Gold Corporation (RMGC) an das Parlament. Seither vergeht kein Tag ohne Proteste im Land. Jeden Sonntag gingen mehr Menschen auf die Strasse. Auch wenn es Zehntausende sind, ignorieren die öffentlichen und privaten Medien die Proteste weitgehend. Jeden Tag passieren unvorhersehbare Dinge. Die Politik ist irritiert. Derzeit ist absolut nicht absehbar, wo dieser Kampf Anfang Oktober stehen wird. Nur eins: Diese Revolution kommt nicht ins Fernsehen, aber sie hat einen Facebook-Account…
Explodiert die Mamaliga? Proteste in Rumänien
Links zu den Protesten in Rumänien. Ausgangspunkt war der Rücktritt des Staatssekretärs für Gesundheitsfragen, Raed Arafat.
Der TV-Sender Antena 3 bietet einen Livestream unter der Adresse www.antena3.ro/live.php an, ebenso Realitatea unter webtv.realitatea.net/live. Hinweis: Die Sender sind nicht als unabhängig einzuschätzen.
7.2.2012
Auf Facebook sind eine Vielzahl von Gruppen, die in etlichen Städten Rumäniens zu Kundgebungen im Rahmen des europaweiten STOP-ACTA-Aktionstages aufrufen. Es wird behauptet, dass mit Zehntausenden DemonstrantInnen zu rechnen sei. Das wird abzuwarten sein.
Vorerst Links zur Lage nach der Beauftragung von Mihai-Razvan Ungureanu mit der Regierungsbildung:
- ORF.at: Misstrauen gegen politische Klasse
- punkto.ro: Aus Alt mach Neu: Voraussichtliche Zusammensetzung der Regierung Ungureanu
- WienerZeitung.at (vom 6.2.): Nach dem Rücktritt der Regierung muss der neue Permier Auflagen der internationalen Geldgeber erfüllen: Rumänien hält an Sparkurs fest
- Focus.de (vom 6.2.): Ungureanu soll das Volk beruhigen
Archiv 2009: Quo vadis, Romania? Wirtschaft und Gesellschaft im Blick der Presse
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