Tag: Rassismus
Newsletter Moara Veche: Die Geschichte der Alten Mühle in Hosman/ Holzmengen
Moara Veche in Hosman/ Holzmengen, Winter 2004/2005.
Alles begann 2004 in einer kleinen Gruppe von Freunden unterschiedlichen Alters und mit sehr verschiedenen Biographien. Trotzdem hatten wir etwas gemeinsam: Wir waren neu in Holzmengen/ Hosman. Als sich die Möglichkeit bot, die einstige Mühle des Dorfes zu erwerben, kannten wir uns noch kein Jahr. Wir sahen in der Möglichkeit eine grosse Chance, etwas Neues im Harbachtal/ Valea Hârtibaciului zu beginnen. Etwas, das die von der massenhaften Auswanderung aus der Region hervorgerufene Tristesse überwinden würde. Der Wiederaufbau der Mühle und die Einrichtung einer Bäckerei, so dachten wir, könnte zur Wiederbelebung der örtlichen Ökonomie beitragen und dringend nötigen Optismus schaffen.
Am Tage des Staatsakts für Richard von Weizsäcker
Als Richard von Weizsäcker nach Rostock kam, war ich siebzehn. Wenige Wochen zuvor nahm ich am Neujahrsempfang des Bundespräsidenten in Bonn teil: Die Einladung dazu halte ich heute noch für ein freundlich-vorsätzliches Büroversehen. Es war die Zeit nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen, als die Ordnungsmacht willig versagt hatte und zum Totschlag auf das Asylrecht ausholte. Zum 30.1. 1993 – was für ein Jubiläum! – kam Richie nun nach Rostock zu einer Lichterkette gegen Fremdenfeindlichkeit, zu den jungen Leuten, wie er sagte, die ihn eingeladen hatten.
Aktualisiert – Online: „Die Forderung nach Verleihung der Staatsbürgerschaft für die jüdische Bevölkerung Rumäniens im Friedensvertrag von Bukarest 1918”
Interessierten LeserInnen möchte ich hiermit meine Magisterarbeit „Die Forderung nach Verleihung der Staatsbürgerschaft für die jüdische Bevölkerung Rumäniens im Friedensvertrag von Bukarest 1918” zur Verfügung stellen. Sie kann – mit der selbstverständlichen Bitte um korrekte Zitierweise 🙂 – unter diesem Link als PDF-Datei (Juli 2012, mit leicht korr. Fassung vom April 2013, veröffentlicht unter der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0) heruntergeladen werden.
Im Schatten der Menschenrechte
Neulich fuhr ich vom Dorf in die Stadt. Eine Mutter mit Kindern trampte an der Kreuzung, ich nahm sie mit. Sie sei zum Betteln unterwegs, was sie aber gern ließe, wenn sie anders das nötige Geld verdienen könne. „Betteln bringt ja nichts“, meinte sie. Sechs Kinder habe sie, die nicht 30jährige. Von Verhütung wolle ihr Mann nichts wissen, die Pille sei für sie zu teuer. Von meinem Dorf ist es übrigens nicht weit zu einem Ort, wo Menschen in dritter Generation ohne Dokumente leben: keine Geburtsurkunde, keine ID. So kommen sie nicht einmal in den Genuss der welken Früchte rumänischer Sozialgesetzgebung…
Über die Menschenrechtslage rumänischer Roma zu schreiben, ist schwer und banal zugleich. Fakt ist: Roma werden anhaltend aus allen Mehrheitsgesellschaften ausgegrenzt, in denen sie leben. Erklärungsversuche dazu verlieren sich schnell in einem Gewirr von sozialen und kulturellen Deutungsansätzen. „Wie geht es denn den Roma?“ fragten mich einmal BesucherInnen aus Deutschland. „Gehen wir hin und fragen“, antwortete ich – und wir blieben sitzen. So ist es meist: Es wird über ‚die Roma’ geredet. Wichtiger zu wissen wäre dabei eins: Wer ist gemeint, wenn ‚Weiße’ über ‚Roma’ sprechen? Denn ‚die Roma’ gibt es nicht – wir reden sie uns zurecht. Es gibt sicher eine ethnische Gruppe, aber diese wird um soziale Stereotype erweitert.
Kurze Rede…
Hendrik Kraft, Betreiber des Blogs sibiuaner.noblogs.org, hat mich jüngst drauf hingewiesen, dass kürzere Blogmeldungen zur Lage im Lande den UserInnen eventuell hilfreicher sein könnten, als „nur“ die Linklisten zu verschiedenen Themen. Ich werd’s versuchen. Im Gegenzug wurde Hendrik zu den Autoren auf cotaru.com hinzugefügt, in der Hoffnung, dass seine Beiträge zu „verschiedene[n] Erscheinungsformen von Ausgrenzung,
Archiv 2009: Quo vadis, Romania? Wirtschaft und Gesellschaft im Blick der Presse
Archive: 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 Neues Deutschland, 29.12.2009 Rumänien soll Zähne zusammenbeißen junge Welt, 28.12.2009 IWF diktiert Neustart regionews.at, 27.12.2009 Rumäniens freizügige Ministerin unter Korruptionsverdacht: Jetzt verwaltet sie 3,7 EU-Milliarden Ziarul Financiar, 21.12.2009 Zur Lage auf dem rumänischen
Licht und Schatten – Rumänien in der EU
Europäische Kommission, 22.07.2009
REPORT FROM THE COMMISSION TO THE EUROPEAN PARLIAMENT AND THE COUNCIL: On Progress in Romania under the Co-operation and Verification Mechanism
Wiesbadener Kurier, 27.07.2009
EU-Milliardenhilfe für Lettland und Rumänien
Das Gelächter der Deklassierten
Siebenbürgen-Drama, 2. Akt – E. Schlattners „Das Klavier im Nebel“
Um 6.00 Uhr früh am Montag, dem 04. April 2005, schließt Eginald Schlattner in sei-nem Schreibzimmer in Roşia/Rothberg die achte und endgültige Überarbeitung seines Romans „Das Klavier im Nebel“ ab. Im Februar hatte es von dem Buch noch gehei-ßen: „Es liegt in den letzten Zügen, löst sich von mir, wird fremd.“ Er hatte das Manu-skript durch einen Freund an den Verlag von Rumänien nach Wien bringen lassen. Das war vor 4 Jahren, und die letzte Hälfte davon hatte er dem Text immer wieder zugesetzt und dieser ihm. Nun sind es über 500 Seiten geworden. Nach allen damit verbundenen Strapazen schrieb er an jenem Morgen unter sein drittes Buch über Eu-ropa in Siebenbürgen nur noch ein einziges Wort: „Kaputt!“ Bei wiederholtem An-schauen schien es ihm am falschen Platz. „Ich habe es durchgestrichen und wie in alten Zeiten geschrieben SOLI DEO GLORIA“, erzählte er drei Wochen später in sei-nem Haus. Diesen Zusatz strich der Verlag. Schlattner aber nimmt in aller Herrgotts-frühe sich selbst beim Wort, geht zum Hoftor hinaus, das er im Schreibzimmer mittels einer einfachen Spiegelkonstruktion immer im Blick haben kann, und schließt die Kir-che auf, deren Informationstafel er mit dem Hinweis „Vor 1220 – älter als Berlin!“ ver-sehen hat. Eingetreten, legt er die Hände vors Gesicht und spricht: „Mein Herr und Gott, lass mir bitte nichts mehr einfallen zu dem neuen Buch!“
UPDATE: Webressourcen zum NoBorder in Temesvár
Es hat inzwischen noch einige Bilder und Eindrücke zum ersten NoBorder in Rumänien mehr im Netz.

