Tag: Land
Das Gelächter der Deklassierten
Siebenbürgen-Drama, 2. Akt – E. Schlattners „Das Klavier im Nebel“
Um 6.00 Uhr früh am Montag, dem 04. April 2005, schließt Eginald Schlattner in sei-nem Schreibzimmer in Roşia/Rothberg die achte und endgültige Überarbeitung seines Romans „Das Klavier im Nebel“ ab. Im Februar hatte es von dem Buch noch gehei-ßen: „Es liegt in den letzten Zügen, löst sich von mir, wird fremd.“ Er hatte das Manu-skript durch einen Freund an den Verlag von Rumänien nach Wien bringen lassen. Das war vor 4 Jahren, und die letzte Hälfte davon hatte er dem Text immer wieder zugesetzt und dieser ihm. Nun sind es über 500 Seiten geworden. Nach allen damit verbundenen Strapazen schrieb er an jenem Morgen unter sein drittes Buch über Eu-ropa in Siebenbürgen nur noch ein einziges Wort: „Kaputt!“ Bei wiederholtem An-schauen schien es ihm am falschen Platz. „Ich habe es durchgestrichen und wie in alten Zeiten geschrieben SOLI DEO GLORIA“, erzählte er drei Wochen später in sei-nem Haus. Diesen Zusatz strich der Verlag. Schlattner aber nimmt in aller Herrgotts-frühe sich selbst beim Wort, geht zum Hoftor hinaus, das er im Schreibzimmer mittels einer einfachen Spiegelkonstruktion immer im Blick haben kann, und schließt die Kir-che auf, deren Informationstafel er mit dem Hinweis „Vor 1220 – älter als Berlin!“ ver-sehen hat. Eingetreten, legt er die Hände vors Gesicht und spricht: „Mein Herr und Gott, lass mir bitte nichts mehr einfallen zu dem neuen Buch!“
Neue Autobahn gefährdet Land und Leute
Im Winter 2003/ 2004 bekam der US-Konzern BECHTEL per nachgeschobenem Dringlichkeitserlaß die Lizenz zum Bau einer Autobahn. Sie soll von Bros an der ungarischen Grenze über Cluj (Klausenburg), Tîrgu Mures (Neumarkt) und Brasov (Kronstadt) nach Bukarest führen.
Per Staatsschulden finanziert, soll die Trasse 2,6 Milliarden Euro kosten. Angesichts der rumänischen Verhältnisse eine unglaubliche Summe. Schätzungen gehen davon aus, dass die Gesamtkosten für den rumänischen Staat bis zu 4 Milliarden Euro erreichen könnten.
Wen interessiert, was unter den großen Brücken geschieht? Hier eine Liste mit Web-Beiträgen zum Thema.
Neue Bilder
Auf der KulturLand-Gallerie finden sich eine Reihe neuer Bilder und auch Orte. Meist solche, wo selten noch jemand hin kommt. Gürteln (Gherdeal, Gerdály) z.B… Hier entlang: http://photo.kulturland.net.
Spenden Sie für ein „Nachhaltiges Holzmengen“ an „Hosman Durabil“!
![]() |
Es hat lange gedauert, aber endlich haben wir es hinter uns: Die Betreiber der KulturLand SRL konnten mit FreundInnen aus Holzmengen (rum.: Hosman, ung.: Holcmány) den Verein HOSMAN DURABIL (dt.: „Nachhaltiges Holzmengen“) gründen. Unterstützt hat uns dabei wiederum der Mihai Eminescu Trust (MET), dem wir an dieser Stelle dafür und für die aufgebrachte Geduld herzlich danken!
HOSMAN DURABIL hat sich vorgenommen, das Whole Village project üfr Holzmengen umzusetzen. Das heisst nicht nur, bauliches und kulturelles Erbe zu bewahren. Das heisst vielmehr, einen Beitrag zu leisten, um das Dorf lebenswert zu machen – die Geschichte mit dem Heute zu verbinden und ihm eine Chance für die Zukunft zu geben. Keine leichte Sache also – aber eine, die sich lohnt. Dabei will sich HOSMAN DURABIL nicht einfach auf den Horizont des „eigenen“ Dorfes beschränken, sondern immer im Blick haben, dass andere Dörfer dicht bei liegen und dennoch von „aller Welt vergessen“ zu sein scheinen.
pressetext.at: Rumänien: Gentech-Soja-Anbau außer Kontrolle – Umweltschützer fürchten Verunreinigung von fast 100 Prozent
Bukarest (pte/10.10.2005/14:38) – Der Anbau von genetisch verändertem Soja in Rumänien scheint völlig außer Kontrolle geraten zu sein. Die Umweltorganisation Greenpeace hat in zehn verschiedenen Regionen Sojapflanzen beim österreichischen Umweltbundesamt testen lassen. Sämtliche Proben waren positiv. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass 90 Prozent der Sojapflanzen im südosteuropäischen Staat ohne Wissen der Behörden gentechnisch verändert sind. Es handelt sich dabei um die Roundup-Ready-Sojasorte vom Agro-Konzern Monsanto.
Moara Veche/ Alte Mühle: Motor läuft…
Anläßlich eines Besuches von Mary Walsh, Trustee des Mihai Eminescu Trust, London, konnte der instandgesetzte Motor „Langen & Wolf“ (Wien/Budapest, Laufnr. 3871) in Funktion gezeigt werden. Allyn Eidsness, Restaurator für technisches Kulturgut aus Heidelberg (DE), hat im Zeitraum August-September 2005 den Motor überprüft und ihn für Präsentationszwecke hergerichtet.
„Sicherung der Kirchenburgen in Siebenbürgen“. Kulturkapital retten & nutzen.
Mitteilung des Friedrich-Teutsch-Hauses, Sibiu/ Hermannstadt vom 07. September 2005:
Hiermit möchten wir Sie bitten, folgende Veranstaltung im „Friedrich Teutsch“ – Haus, Kultur- und Begegnungszentrum der Evang. Kirche A.B. in Rumänien, Str. Mitropoliei Nr. 30, in Ihrer Umgebung freundlicherweise rechtzeitig publik zu machen und, wenn irgend möglich, selbst teilnehmen zu wollen. Am kommenden
Rollende Bibliothek/ Mobile Schule: Bücher in Schässburg eingetroffen!
Anläßlich der Eröffnung des in Sighişoara/ Schäßburg stattfindenden ProEtnica-Festivals besuchte der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, Wilfried Gruber, das Büro des Vereins „Sighişoara durabila“. Hier überreichte er im Beisein von Vereinsmitgliedern, Gästen und Journalisten dem Schässburger Diaspora-Pfarrer Johannes Halmen die ersten Bücher für die „Rollende Bibliothek“. Mit der „Rollenden Bibliothek“ soll Leseinteresse und Sprachkompetenz
ROSIA MONTANA: “Green Light” for Gabriel’s Rosia Montana Project
For immediate release
Rosia Montana/ Romania; 8. July 2005 – Alburnus Maior is pleased to provide an update regarding the Rosia Montana project (RMGC); 80% owned by Gabriel Resources (TSX:GBU). The American miner Newmont (NTSE: NEM) in return holds a 10.8% stake in Gabriel Resources.
· Suspension of the Urbanism Certificate for RMGC’s Industrial Development Area
· Annulment of the Archaeological Discharge Certificate 4/2004
· No Archaeological Discharges for 2005
· No Exploration Activities
· Criminal Investigation into RMGC’s establishment
· The Rosia Montana Project, an obstacle to Romania’s EU Accession
· Finalization of the Environmental Impact Assessment
Burgüter neuen Typs: Ein Kanon für die Zukunft?
Am 04. Juni 2005 trafen sich auf Einladung der KulturLand SRL, unterstützt von CORONA Berlin – Verein zur Förderung lokaler Initiativen e.V., auf der Kirchenburg zu Trappold/ Apold bei Schäßburg/ Sighişoara etwa 20 Interessierte, um über neue Ansätze in der Belebung der Kirchen und Kirchenburgen zu diskutieren.
ROSIA MONTANA: Neue Pressemitteilung von Alburnus Maior
Return to Sender
Rosia Montana, 28. March 2005 – Alburnus Maior has come into the possession of a document that implies ‘APD’ (1), ‘GEC’ (2) and ‘CENTRAS’ (3), three Bucharest-based NGOs, in the monitoring of public participation for the permitting of the Rosia Montana mine development. The reason for drawing attention to this is that Alburnus Maior has clear indicators that this is a flawed monitoring project.
Gabriel Resources (‘Gabriel’), a junior Canadian mining company, intends to realize Europe’s largest opencast mining development in Rosia Montana (RMGC). It entails, amongst other, the involuntary resettlement of over 2000 people as well as the destruction of unique archaeological and natural sites. In December 2004 ‘Gabriel’ initiated the procedure to modify the Zoning Plan for the Rosia Montana Industrial Development area as well as the environmental impact assessment (EIA) procedure to obtain an environmental agreement for its mining project.
Representatives of APD, GEC and CENTRAS first appeared in Rosia Montana in RMGC cars in December 2004. Given that none of them explained their role in the public consultations, Alburnus Maior wrote to APD and CENTRAS to enquire about their mission. Since none of them replied, Alburnus Maior contacted them by phone. Cristian Pirvulescu, APD’s president stated during several conversations that his NGO had no project with regards to the Rosia Montana permitting procedure. Regarding CENTRAS it is interesting to note that Dan Petrescu, a founder of this NGO, now is RMGC’s director for permitting.
Fünf Jahre nach der Katastrophe von Baia Mare
Der Goldabbau in Rumänien fünf Jahre nach dem Zyanid-Unglück von Baia Mare
Von Thomas Wagner
Anfang 2000 sorgte die rumänische Bergwerk-Stadt Baia Mare europaweit für Negativ-Schlagzeilen: Nach heftigen Regenfällen und Tauwetter brach der Damm eines Zyanid-Auffangbeckens, das mit einer Goldmine verbunden war. Folge: Über 100.000 Kubikmeter zyanidverseuchten Wassers gelangten in die Flüsse Somes, Theiss und schließlich in die Donau. Fünf Jahre nach dem Unfall, ist es ruhig geworden um Baia Mare – und das, obwohl die Unglücks-Goldmine immer noch in Betrieb ist.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter dieser URL.
Feldstudie Harbachtal zur Vernetzung lokaler Initiativen
Das Projekt „Feldstudie Harbachtal zur Vernetzung lokaler Initiativen“ wurde von zwei Initativen in Trappold/ Apold Ms. und Holzmengen/ Hosman entwickelt und beim British Council Rumänien im Namen von CORONA Berlin – Verein zur Förderung lokaler Initativen e.V. eingereicht. Die KulturLand SRL ist als Partner in dieses Projekt involviert.
Erinnern gegen Vergessen: „Ganz unten, ganz oben“ – Der Journalist Manfred Müller ist tot. (akt. 9.12.2004)
„Manfred Müller ist ganz oben oder ganz unten. Dazwischen gibt es nichts“, beschrieb vor einem Jahrzehnt ein Medienmensch seinen Kollegen. Diese Vereinfachung lässt den Akteur ebenso außer acht wie die Ursachen, die in den gesellschaftlichen Widersprüchen und politischen Kabalen liegen, in die der im Krankenhaus von Aue am 19.09.2004 Verstorbene hineinversetzt war.
…als ich jung war. Nachruf auf einen Unbekannten
Als Bukarest vor nun fast drei Jahren sein Volk zählen ließ, begab es sich, daß die Gesandten ein Dorf für tot erklärten. Nicht nur eines – eines aber lebte sicher noch zu jener Zeit. Es lebte und war doch schon gestorben.
Engenthal – rumänisch Mighindoala, ungarisch Ingodály – liegt versteckt zwischen Bell und Petersdorf nördlich des Kaltbachtales. Der Bericht über ein aufgegebenes Dorf in der Nähe weckte Abenteuerlust, Erzählungen von sächsischen Schäfern ließen aufhorchen. Im Frühjahr wanderten wir dort hinauf. In Bell glaubte man seinen Ohren nicht zu hören, als wir nach dem Weg fragten…
