Tag: lichtenhagen

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Nachtrag: Pegida ist Deutschland ist Lichtenhagen ist Solingen ist der Normalzustand.

Operation gelungen, Patient tot?

Der wütende Text der 89er hat mich gefreut, ehrlich. Hingerotzte Worte, östlicher Hauch von Religiosität, deutlich die Forderungen von einst. Ein Aufbegehren – das hätte doch wie wild durch die Medien gehen müssen. Hätte, hätte: Ist es nicht.

Sich von einem rumänischen Dorf durch die Netzmeldungen zu Pegida zu wühlen, hat etwas Skurriles. Aufgezählt wurde, wie viele brave Bürger*innen gegen die Bösis demonstrierten. Begeisterte Verlautbarungen, an welchem unnützen Gebäude welcher Pleitekommune das Licht ausgeschaltet wurde. Alles im Rahmen, Deutschland ist bunt. Pegida gespalten, alles wieder gut?

„Bundesarchiv Bild 146-1991-039-11, Richard v. Weizsäcker“ von Bundesarchiv, Bild 146-1991-039-11 / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_146-1991-039-11,_Richard_v._Weizs%C3%A4cker.jpg#mediaviewer/File:Bundesarchiv_Bild_146-1991-039-11,_Richard_v._Weizs%C3%A4cker.jpg

Am Tage des Staatsakts für Richard von Weizsäcker

Als Richard von Weizsäcker nach Rostock kam, war ich siebzehn. Wenige Wochen zuvor nahm ich am Neujahrsempfang des Bundespräsidenten in Bonn teil: Die Einladung dazu halte ich heute noch für ein freundlich-vorsätzliches Büroversehen. Es war die Zeit nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen, als die Ordnungsmacht willig versagt hatte und zum Totschlag auf das Asylrecht ausholte. Zum 30.1. 1993 – was für ein Jubiläum! – kam Richie nun nach Rostock zu einer Lichterkette gegen Fremdenfeindlichkeit, zu den jungen Leuten, wie er sagte, die ihn eingeladen hatten.