Symposium: Populismus und Euroskeptizismus in Südosteuropa seit 1989. Jena, 17./18. Juni 2011

Das Versprechen eines radikalen Neubeginns und eines Bruchs mit den alten Seilschaften aus kommu­nistischer Zeit stellt in zahlreichen Ländern Südosteuropas ein prägendes Element des politischen Sys­tems und der politischen seit dem Beginn der Transformationsprozesse dar. Um diesen Verspre­chungen Glaubwürdigkeit und Nachdruck zu verleihen, bedienen sich neue politische Bewegungen, aber auch etablierte Parteien, populistischer und mitunter nationalistisch konnotierter Handlungs- und Ausdrucksformen. Das proklamierte Ziel ist es, die breite Masse der Bevölkerung zu mobilisieren und in den politischen Willensbildungsprozess einzubeziehen.

Eng verknüpft mit dem Phänomen des Populismus ist der Euroskeptizismus, der den EU-Beitritt der Länder Südosteuropas als elitäres ablehnt und hierin einen Ausverkauf der nationalen Interes­sen zu Lasten der zbreiten Masse der Bevölkerung sieht.
Zwischen dem Euro-Skeptizismus und dem stetig voranschreitenden Prozess der EU- Südosteuropas entstehen komplexe Wechselwir­kungen. Ziel des zweitägigen Symposiums ist es, diese Phänomene in ihren Ursachen, Wirkungsmus­tern und Konsequenzen differenziert zu analysieren.

Programm

  • , 17. Juni 2011,
    • 09.00-09.15 Uhr
      Begrüßung durch Wolfgang Dahmen, Jena, Sprecher des GK1412 und Zweigstellenleiter der Südosteuropa- Gesellschaft
    • 09.15-10.45 Uhr
      Keynote address – Florian Bieber, Graz: Gibt es einen südosteuropäischen Populismus?
    • 11.15-13.15 Uhr
      Panel I: Euroskeptizismus im ehemaligen Jugoslawien
      Petar Dragiæi, Belgrad: „Ja, aber…“ – Euroskeptizismus in Serbien seit 2000
      Edin Hajdarpaæi, Chicago: Identity and Integration: Europe as a Question in Bosnian Muslim Politics since 1989
      Goran Bandov, Zagreb: Euroskeptizismus in Kroatien
    • 14.15-15.45 Uhr
      Panel II: Euroskeptische Diskurse
      Yvonne Pörzgen, Bremen: „Warum tust du mir das an?“ Euroskeptizismus in zeitgenössischer südosteuropäischer Literatur
      Aleksandra Salamurovi, Jena: Die im gegenwärtigen gesellschaftli­chen Diskurs in Serbien und Kroatien zwischen Euroskeptizimus und Populismus
  • Samstag, 18. Juni 2011
    • 09.15-10.45 Uhr
      Panel III: Eliten und Populismus
      Rosanna Dom, Berlin/St. Petersburg: Euroskeptizismus und Populismus unter den russophonen Eliten in der Republik Moldau
      Katerina Gehl, München: Eine mittelmäßige Elite? Politik und Politiker im gegenwärtigen bulgarischen Mediendiskurs
    • 11.15-12.45 Uhr
      Panel IV: Euroskeptizismus vor und nach dem EU-Beitritt
      Martin Beischl, Jena: Euroskeptizismus in Ost- und Südosteuropa: Polen, Bulgarien, Kroatien im Vergleich
      Elena Stefania Negrea, : The Decline of the Romanians‘ Confidence in the EU. The Case of ’s Accession to the Schengen Area
    • 14.00-15.30 Uhr
      Podiumsdiskussion
      Ein Populismus südosteuropäischer Prägung? Erkennt­nisse und Desiderate: Florian Bieber, Ksenija Petrovi, Rafael Biermann,
      Moderation: Olaf Leiße

Tagungsort:

Kleiner Rosensaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena Fürstengraben 27
07743 Jena

Kontakt: Martin Beischl, DFG-Graduiertenkolleg 1412, Leutragraben 1, 07743 Jena, martin.beischl@uni-jena.de

Veranstalter:

  • Graduiertenkolleg 1412: Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa, Friedrich- Schiller-Universität Jena
  • Südosteropa-Gesellschaft e.V.
  • Zentrum für Kultur- und Kontaktmanagement Ost- und Südosteuropa e.V.

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