Sondermüllverbrennungsanlage in Alzen/ Alţîna – boykottiert von den EinwohnerInnen des Harbachtals/ Valea Hârtibaciului

6. März 2008, Alzen/ Alţîna, Kreis Hermannstadt/ Sibiu – Heute protestierten in Alzen zahlreiche EinwohnerInnen aus Gemeinden der Mikroregion Harbach gegen die Pläne, eine Verbrennungsanlage für medizinische und andere gefährliche Abfälle zu errichten. Die Protestaktion vor dem Alzener Rathaus war die erste Kundgebung, zu der sich die EinwohnerInnen trafen, um gemeinsam und öffentlich ihre Meinung zu einer Verbrennungsanlage in ihrer Gemeinde zu äußern.

Die Franco Seve Eco (GmbH) plant in Alzen den Bau einer Anlage zur Verbrennung von jährlich 10.000 t Abfällen aus Krankenhäusern und anderen Quellen sowohl des Kreises Hermannstadt wie auch aus dem Ausland. Die Firma des italienischen Geschäftsmannes Franco Caliguri hat im Jahr 2006 bei der Regionalen Umweltagentur Hermannstadt die Aufnahme des betreffenden Geländes in den Plan Urbanistic Zonal (Bebauungsplan) sowie die Aufnahme der dazu nötigen Prozeduren beantragt.

Die abschlägige Entscheidung der Regionalen Umweltagentur Hermannstadt wurden von dem Investor gerichtlich angefochten. Das Hermannstädter Gericht gab diesem und verurteilte die Regionale Umweltagentur zur Erteilung der Genehmigungen sowie zu einer Schadensersatzzahlung von über 500.000 Lei (135.000 Euro). Das Berufungsverfahren der Umweltagentur ist nun vor dem Gerichtshof in Karlsburg/ Alba Iulia angelaufen.

In diesem Zusammenhang protestieren die EinwohnerInnen des Gebietes gegen die Entscheidung, in ihrer Gemeinde eine Verbrennungsanlage errichten zu lassen. Es habe auch keine wirklichen öffentlichen Anhörungen der Bevölkerung in der Sache gegeben. Die Entschlossenheit der EinwohnerInnen gegen das Vorhaben ist direkte der Bemühungen um eine nachhaltige des Gebietes und der damit verbundenen Gründung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Microregiunea Hârtibaciu/ Mikroregion Harbach. Die LAG Mikroregion Harbach bietet einen möglichen Rahmen, um Entwicklungsprogramme in der Mikroregion umzusetzen.

„Die Einwohner Alzens haben sich entschieden, für eine nachhaltige Zukunft zu kämpfen, welche eine gesunde Umwelt garantiert und grundlegend für sanften Tourismus und ökologische Landwirtschaft ist. Wir sind überzeugt, daß wir diesen Kampf gewinnen werden; auch in Rumänien ist die Zeit für Dreckschleuder-Projekte vorbei, die sich als Heilsbringer für alle gebärden” erklärt Joachim Cotaru, Regionalmanager der LAG.

Die Meinung der EinwohnerInnen Alzens wird auch von den örtlichen und Kreisbehörden geteilt. Die Mitglieder des Gemeinderats äußerten sich bereits im Februar 2006 gegen das .

„Wir unterstützen die Alzener in ihrer Entscheidung, den Bau der Verbrennungsanlage nicht zuzulassen. Dass sie überdies ihren gemeinschaftlichen Willen für eine saubere und gesunde Umwelt kundtun, ist für das Ende solcher schädlichen Vorhaben entscheidend. Auch die Erfahrung der Kampagne ‚Rettet Roşia Montană!’ zeigt, daß die von den möglichen Folgen solcher umweltschädigenden Projekte betroffene Bevölkerung das letzte Wort haben muss”, äußerte sich Dan Mercea, Vorsitzender des Unabhängigen Zentrums für die Entwicklung von Umweltressourcen (Centrul Independent pentru Dezvoltarea Resurselor de ).

GAL Microregiunea Hârtibaciu/ Mikroregion Harbach
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