Schiefergas: Erkundungen im Harbach-Gebiet, Süd-Siebenbürgen. Kulturerbe in Gefahr

Vor einigen Wochen Im Sommer begannen in Süd-Siebenbürgen, dem einstigen „Sachsenland“ mit einzigartiger – zu weiten Teilen unter 2000 stehender – und teils zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Kirchenburgen, Sondierungen für Schiefergas. Die Firma S. C. Prospecțiuni S. A. führt diese Arbeiten im Auftrag der S. C. Romgaz S. A. aus.

Wir dokumentieren hierzu diverses Material der betroffenen Bürger_innen sowie der sich formierenden Initiative.

Website, in rumänischer : www.tiny.cc/prospectiuni

Facebook, in rumänischer Sprache: Străjerul Hârtibaciului

20.12.2013
NeuerWeg.ro: Schiefergassuche in Siebenbuergen – Verwaltungsgericht Kronstadt hebt Umweltgenehmigung zeitweilig auf

12.12.2013
Siebenbuerger.de: Gassuche vom Kulturministerium nicht genehmigt

11.12.2013
ADZ.ro: Kein Avis und nicht gefragt – Kulturminister und Agentur für Bodenschätze antworten MdP Ovidiu Ganţ

10.12.2013
Die Presseschau des Hermannstädter Generalkonsulats verweist auf einen Beitrag in der„Tribuna“ vom 10.12.2013:

Prospektionen nach Erdgas beschädigten Häuser im Landkreis Hermannstadt

Mehrere Familien aus Waldhütten (Valchid), Landkreis Hermannstadt, reklamierten, dass die diesen Herbst nach Erdgas vorgenommenen Prospektionen ihre Häuser beschädigt hätten. Der DFDR – Abgeordnete Ovidiu Ganţ richtete mehrere Schreiben an rumänische Minister, um zu erfahren, welche Genehmigungen für die betreffenden Arbeiten erteilt worden seien. Die eingegangenen Antworten seien unklar. Martin Bottesch, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, erklärte, Einwohner von Waldhütten hätten ihm mitgeteilt, dass Prospektionen auch in der Nähe der dortigen befestigten Kirchenburg, die zu dem Kulturerbe Rumäniens gehöre, vorgenommen worden seien. Die Einwohner hätten für die Schäden geringe Entschädigungen in Höhe von einigen hundert Lei erhalten.

30.11.2013

  • Mehrere Teilnehmer_innen der Entkabelungsaktionen in und um Meschen/ Moșna haben inzwischen Vorladungen vond er Polizei erhalten aufgrund von Strafanzeigen der Sondierungsfirma Prospectiuni S. A. Ähnliche Beflissenheit der Ordnungsmacht in die andere Richtung auf Grundlage von seit Frühsommer anhängigen Anzeigen gegen Prospectiuni S. A. sind – wen wundert’s? – nicht bekannt.
  • In der vergangenen Nacht kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeitern der Wachfirma ISP und Aktivist_innen im Rosch/ Răvășel. Details sind nicht bekannt, es gibt aber folgendes Video auf Youtube:
  • NeuerWeg.ro: Dynamit in der Dorfidylle. Beitraege der Netzgemeinde zur illegalen Schiefergassuche in Siebenbuergen

28.11.2013
Siebenbuerger.de: Gassuche gefährdet Kulturerbe

27.11.2013

21.11.2013
Die Sondierungen in der Umgebung von Moșna/ Meschen und Alma Vii/ Almen haben zu spürbaren Spannungen und sehr entschlossenem Auftreten der Gegner_innen geführt. Teilnehmer_innen berichten, dass vergangenes Wochenende mehrere tausend Meter Kabel „eingesammelt“ wurden; offensichtlich wurden Teile dieser Ernte auch verbrannt. Die Prospectiuni S. A. hat sich fürs erste angeblich zurückgezigen, das gilt jedoch nur für die Ortschaften, wo massiver Protest stattgefunden hat. Für das Wochenende sind weitere Protestaktionen an bisher „störungsfreien“ Orten geplant.

19.11.2013
NeuerWeg.ro: Schiefergas in Siebenbuergen – Erkundungsarbeiten weitgehend wertlos wg. schlecht ausgefuehrter Sprengungen

18.11.2013
Die GK-Presseschau Sibiu/ Hermannstadt vom heutigen Tage erwähnt wie folgt einen Beitrag aus der „România liberă“:

Schiefergas in Rumänien

Ein in der ganzen Welt umstrittenes Thema werde in Rumänien oberflächlich behandelt. An Stelle korrekter Kampagnen zur Information der Bürger über die Förderung von Schiefergas unternehme das Unternehmen eines umstrittenen rumänischen Geschäftsmannes Prospektionen und irritiere damit die Einwohner mehrerer Dörfer und Gemeinden in mehreren Landkreisen des Landes, denn dabei verletze es die gesetzlichen Regelungen bezüglich Besitzrechte in Rumänien. Reklamationen seien in den Landkreisen

Hermannstadt (Sibiu), Argeş und Constanţa verzeichnet worden. Infolge des Skandals in Meschen (Moşna) erklärten Vertreter des rumänischen Unternehmens, sie hätten die Prospektionen vor Ort eingestellt. Die Leitung des Unternehmens leugnete die Vorfälle nicht, meinte aber, daran seien die Rathäuser mitschuldig, denn ihre Datenbanken seien nicht nützlich, unvollständig und ungenau. Es sei schwer, mit den Besitzern der in Frage kommenden Grundstücke Kontakt aufzunehmen.

17.11.2013
„Grosse Entkabelung“, Aktion in Alma Vii/ Almen:

 

16.11.2013
Dass hier länger nichts gepostet wurde, heisst (leider) nicht, die Sondierungen der Firma Prospectiuni S. A. hätten sich in Wohlgefallen aufgelöst. Im Gegenteil. Seit einiger Zeit konzentrieren sich sowohl die Sondierungen wie auch der breiter werdende Widerstand dagegen auf Meschen/ Moșna in der Nähe von Mediaș/ Mediasch. Dort klebt der Bauern- und Umweltaktivist Wilhelm Schuster. Seine Gegenerschaft gegen die Sondierungen scheint für die Vertreter von Prospectiuni S. A. genug Herausforderung zu sein, in Meschen verstärkt auf Konfrontation zu setzen.
Heute findet in Meschen sowie Alma Vii/ Almen eine Versammlung von Interessierten statt, die auch dem Protest mehr Öffentlichkeit verschaffen soll.

Einige Links, z. T. in rumänischer Sprache:

  • Eindrücke von der Aktion in Almen/ Alma Vii
  • Vor Beginn der für anberaumten Aktionen kam es in Meschen erneut zur Beschlagnahme eines Prospectiuni-Fahrzeugs, dass sich ohne Bewilligung auf dem Grundstück eines Bewohners fand. Hans Hedrich/ Neuer Weg berichtet dazu auf rumänisch unter Gaze de sist: “Vreau sa-l vad pe Ovidiu Tender in catuse!” (Willy Schuster/Mosna)
  • Die „România liberă“ berichtete am 15.11. laut Presseschau des Deutschen Generalkonsulats Sibiu/ Hermannstadt auf Seite 3:

    Missbrauch. Rumänisches Unternehmen sorgt für Proteste in Meschen (Moşna), Landkreis Hermannstadt

    Das rumänische Unternehmen SC Prospecţiuni SA des umstrittenen rumänischen Geschäftsmannes Ovidiu Tender suche nach mineralischen Vorkommen in Rumänien. Einwohner verschiedener Dörfer und Gemeinden in Siebenbürgen beschuldigen das Unternehmen, auf ihren Grundstücken ohne deren Kenntnis nach Ressourcen zu forschen. In manchen Fällen sei sogar Sprengstoff einfach auf den Feldern liegengeblieben. Der Öko – Landwirt Willy Schuster aus Meschen habe bereits Anzeigen bei der Polizei erstattet sowie die Umweltschützer aufgefordert, sich Samstag, 16. November 2013, an einem Protest in Meschen zu beteiligen. Der Vizebürgermeister von Meschen gab zu, dem Unternehmen die Prospektionen außerhalb des Dorfes genehmigt zu haben, jedoch darauf hingewiesen, dass die Einholung der Genehmigung seitens der Grundstücksbesitzer vor Beginn der Arbeiten erforderlich sei. Vertreter des nach Ressourcen forschenden Unternehmens erklärten, die Arbeiter hätten „einige Fehler“ gemacht.

  • ADZ.ro: Bohrungen sind genehmigt – Umweltministerin Rovana Plumb antwortet MdP Ovidiu Ganţ auf Anfrage
  • Die Evangelische A. B. in Rumänien stellte sich mit einem Pressecommunique am 14.11. erneut an die Seite des Protests gegen die Schiefergas-Sondierungen:

    Bischof Guib: „Bewahrung der Schöpfung hat Vorrang!“

    Evangelische Kirche A.B. in Rumänien kritisiert Schiefergaserkundungen.

    Mit großer Sorge verfolgt die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (EKR) die in der jüngeren Vergangenheit in Südsiebenbürgen durchgeführten Schiefergaserkundungen. Die Arbeiten, die in der Regel ohne Einverständnis der Grundeigentümer auf Privatgrund getätigt werden und die zum Teil rücksichtslose Vorgangsweise der Erkundungsunternehmen werden scharf kritisiert.

    „Es darf nicht sein, dass die Gesundheit der Menschen, ihre Rechte sowie der Schutz von Tier und Pflanzenwelt durch rücksichtsloses und kurzfristiges Profitdenken aufs Spiel gesetzt werden. Die Bewahrung der Schöpfung muss auf jeden Fall Vorrang vor wirtschaftlichen Einzelinteressen haben“, zeigt sich Reinhart Guib, Bischof der EKR, besorgt. Insbesondere die Auswirkungen von Fracking auf die Qualität des Grundwassers und das nicht abschätzbare Risiko möglicher Erdbeben stellten eine potentielle Gefährdung der Bevölkerung dar.

    Einzelne Gemeinden der EKR beteiligen sich unterdessen aktiv an der friedlichen Protestbewegung gegen den geplanten Schiefergasabbau. So hat sich etwa das Presbyterium der Hermannstädter Kirchengemeinde eindeutig für die Teilnahme an dem Protest gegen die Schiefergaserkundungen in den siebenbürgischen Dörfern ausgesprochen. Viele Gemeindeglieder haben mit ihren Familien, Kollegen und Nachbarn an den Kundgebungen teilgenommen.

    Bedrohung von Gesundheit, Natur und Kultur

    Bereits Anfang September hatte die EKR kritisch zu den Schiefergaserkundungen Stellung bezogen. Insbesondere das Kokeltal und das Harbachtal sind von den aktuellen Ereignissen betroffen. „Anstatt die in diesen Regionen vorhandenen nationalen Kulturdenkmäler, die mit unserer Kirche auf das Engste verbunden sind besonders zu schützen, lassen die zuständigen Behörden es zu, dass jahrhundertealte Baujuwele möglicherweise in Gefahr geraten“, zeigt Bischof Guib sich enttäuscht: „Unsere Solidarität gilt heute all jenen, die als Grundeigentümer oder Nachbarn von den Vorgängen der letzten Wochen direkt betroffen sind. Im Sinne verantwortungsvollen und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftens sind aber wir alle betroffen und haben die christliche Pflicht, Gottes Werk gegen kleinliches Gewinnstreben zu verteidigen.“

 

6.11.2013

“Klaus Johannis äußert sich gegen die Förderung von Schiefergas in Rumänien

Johannis, der erste stellvertretende Vorsitzende der Nationalliberalen Partei (PNL), erklärte gestern Abend im Interview für Realitatea TV, er begrüße die Prospektionen nach Schiefergas, Rumänien müsse die eigenen Ressourcen kennen. Mit der Förderung müsse Rumänien eine Zeit lang warten und die Einwirkungen auf die genau analysieren.”

31.10.2013

  • Laut Presseschau des Hermannstädter Generalkonsulats der BRD berichtet die Tribuna von heute unter der Zeile „Gazele de şist aprind spiritele„:“Prospektionen um Schiefergas sorgen für Aufregung in SiebenbürgenNachdem Kreisratsvorsitzender Ioan Cindrea innerhalb der gestrigen Sitzung bei der Präfektur Hermannstadt erklärt hatte, der Kreisrat Hermannstadt werde keine lebensgefährdenden Investitionen genehmigen und im Norden unseres Landkreises werde nach Erdgas mit bewährter Technik sondiert, habe ein Landwirt aus Meschen (Moşna) die Zufahrt der Fahrzeuge, die ohne Genehmigung nach Schiefergas auf den Grundstücken der Einwohner prospektierten, blockiert. Willy Schuster, Inhaber einer Bio – Farm in Meschen, habe Mittwochmorgen sein eigenes Fahrzeug auf der Zufahrtsstraße quergestellt und somit vorerst die Prospektionen unmöglich gemacht. Er erklärte, die Vertreter des örtlichen Rathauses hätten keine Absicht gezeigt, die Einwohner der Gemeinde vor den Unternehmen zu schützen. Schuster erklärte, Anrufe bei der Polizei hätten nichts gebracht. Seine Familie und er würden sich in Gefahr fühlen.“

23.10.2013

23. August 2013
Siebenbuerger.de: Widerstand gegen Gassondierungen in Südsiebenbürgen

14. August 2013
RadioNeumarkt.ro: Gasbohrungen in Südsiebenbürgen – Grundbesitzer wehren sich (Audio-Podcast unter diesem Link)

Bauer bei der "Kabelernte" - Landbesitzer finden ihre Grundstücken plötzlich verkabelt vor ...und entfernen sie wieder.
Bauer bei der „Kabelernte“ – Landbesitzer finden ihre Grundstücken plötzlich verkabelt vor …und entfernen die widerrechtlichen Installationen (Bild: anonym)

11. August 2013

9. August 2013
NeuwerWeg.ro: Demnaechst Schiefergasfoerderung im Sachsenland?

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  1. Der Widerstand in Roșia Montană …und andere Umweltsauereien in Rumänien | cotaru.com

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