ROSIA MONTANA: Kanada hat Position bezogen

/Rumänien, 11. November 2003. Grob geschaetzt 60 Menschen nahmen gestern morgen an einer bunten Aktion vor der kanadischen Botschaft in teil. Anliegen war es , den neuen Botschafter Kanada’s in Rumaenien willkommen zu heissen und auf einige der furchtbaren Risiken hinzuweisen…


Wie alle Bilder dazu: www.rosiamontana.orgBukarest / Rumaenien, 11. November 2003. Grob geschaetzt 60 Menschen nahmen gestern morgen an einer bunten Aktion vor der kanadischen Botschaft in Bukarest teil. Anliegen war es , den neuen Botschafter Kanada’s in Rumaenien willkommen zu heissen und auf einige der furchtbaren Risiken hinzuweisen, die in Zusammenhang mit dem Goldtagebauprojekt von Gabriel Ressources Ltd. in Rosia Montana stehen. Die AktionsteilnehmerInnen wuenschten auch ein offizielles Statement der kanadischen zum Projektvorhaben des Investors
Gabriel Ressources Ltd. zu erfahren. Die Demonstration war von der Vereinigung „21.
Dezember 1989“ organisiert worden und wurde von „Greenpeace CEE“ und „Alburnus Maior“, der lokalen Widerstandsgruppe aus Rosia Montana, gelegen in den Apuseni-Bergen, unterstuetzt. Die Veranstaltung fand im Rahmen eines europaeischen Aktionstages vor kanadischen Botschaften statt, fuer die Gemeinde Rosia Montana. In diversen Hauptstaedten, so auch in Budapest, Amsterdam, Prag und Wien, hat es Protestaktionen gegeben.

Die Rosia Corporation (RMCG), die zu 80% dem in Kanada heimischen Unternehmen Gabriel Ressources Ltd. gehoert, sieht vor, in Rosia Montana Europa’s groesstes Tagebauprojekt zum Zwecke des Goldabbaus umzusetzen. Dies wuerde unter anderem auch die unfreiwillige Umsiedelung – also: Vertreibung – von mehr als 2000 EinwohnerInnen bedeuten. Seit dem Beginn der Umsetzung ist dieses Projekt von Skandalen und operativen Problemen ueberschattet gewesen.
Einschliesslich dem Protest der lokalen, nationalen und internationalen Opposition, sowohl aus dem zivilgesellschaftlichen wie aus dem institutionellen Spektrum, der die Entwicklung begleitet.

Die gestrige, friedvolle Aktion begann um 10 Uhr, als unter den wachsamen Augen der Security die DemonstrantInnen ihre Transparente entrollten. Viele hatten ihre Gesichter bemalt, eine Seite golden und die andere verziert mit einem Skelett. Die Transparente trugen Parolen wie „Ja zur Umwelt – Nein zum Zyanid“, „Wir moechten Kuehe, aber nicht Berge melken!“, „RMCG = Korruption
+ Zyanid“ oder auch „Rosia Montana ist unverkaeuflich“. Die Aktion wurde von Eugen
David, dem Praesidenten der Oppositionsgruppierung „Alburnus Maior“, und einem jungen Aktivisten begonnen, die durch das Spielen der „Tulnic“, des beruehmten Alpenhorns der Apuseni-Berge, den Botschafter zum Dialog herausriefen.

Kurz darauf wurden die Hauptorganisatoren in die Botschaft eingeladen, wo sie dann Gilles Potvin, Kanada’s Commercial Counselor fuer Rumaenien, trafen. Waehrend der folgenden einstuendigen aeusserte Potvin dann eine offizielle Position bezueglich des fuer Rosia Montana geplanten
Tagebauprojektes und erlaeuterte unter anderem detailliert den enormen Betrag von Kapital, den Gabriel bereits in die Realisierung des Vorhabens investiert hat. Einige der diskutierten Themen behandelten auch den Rueckzug der Weltbank aus dem Projekt, die erwarteten Profite sowie die absehbaren Profiteure; besprochen wurden sowohl die bereits vollzogenen und andauernden Amtsniederlegungen vormaliger Gabriel-Direktoren als auch die Rolle des kontrovers angesehenen Ovidiu Tender, ein rumaenischer Businessman, der Direktor von Gabriel werden moechte.
Sobald Eugen David auf die Bedeutung der lokalen Opposition und das Schicksal jener, die sich einer Umsiedelung widersetzen hinwies, liess Potvin’s Reaktion darauf schliessen, dass er die Widerstaendler lediglich als Querulanten betrachtet, die den Fortschrittswillen derer hemmten, die das Goldminenprojekt begruessten und sich freiwillig umsiedeln liessen. Die „informative“
Unterredung beschloss der Commercial Counselor damit, dass er seine Hoffnung darueber ausdrueckte, dass die Oppositionellen noch zur Einsicht gelangen koennten, um so auch die Vorteile des Projekts endlich einzusehen. Eugen David gab hier zu Protokoll, er sei in seinen Funktionen als Farmer und vormaliger Minen-Ingenieur sehr wohl faehig, die angestrebte Entwicklung zu realisieren
und zu verstehen. Und eben dies waere ausschlaggebend dafuer, dass er seinen Widerstand fortsetzen und nicht dabei ermueden werde, auf die entsetzlichen Risiken und die Irregularitaeten, die dem Gabriel-Projekt innewohnen, hinzuweisen, darauf aufmerksam zu machen.

Draussen vor der Botschaft wurden die AktivistInnen von der Presse empfangen. « Wir kennen Herrn Potvin aus Rosia Montana, dort traf er sich mit der RMCG – aber nicht mit der lokalen Opposition. Merkwuerdig scheint somit, dass das heutige Statement sich auf alle Konfliktparteien und Dialoge mit ihnen beziehen konnte. Seit Herr Potvin sich zu Gunsten der kanadischen Regierung
ausgesprochen hat, uebertragen wir, die einheimische Bevoelkerung aus Rosia Montana, hiermit die volle Verantwortung fuer Realitaeten wie beispielsweise Korruption, Erpressung, erzwungene Umsiedelung, die Zerstoerung einzigartiger oekologischer und archaeologischer Werte und all die anderen entstehenden Probleme der kanadischen Regierung », so Eugen David.

Dazu noch eine Presse-Erklärung der kanadischen Botschaft in Rumänien (: ALburnus Maior)

Canadian Embassy Ambassade du Canada, November 10, 2003
STATEMENT ON THE ROSIA MONTANA MINING PROJECT

The Canadian Embassy in Bucharest takes note of the position expressed by the opponents as well as the supporters of the Rosia Montana mining project.

It is quite normal for major mining projects to raise questions and for people to voice concerns peacefully. Contrary to conventional wisdom, mining developments can be compatible with social development and environmental concerns.

In order to be successful, the Rosia Montana project has to meet three essential conditions. First of all, it has to be done in accordance with local and international social and environmental norms. Secondly, it has to be commercially viable. Last but not least, it has to be developed with significant support from the affected population.

Gabriel Resources Ltd. which owns 80% of Rosia Montana Corporation S.A. is a private company with its headquarters in Toronto, Canada. Gabriel Resources Ltd. has to comply with Canadian laws including those regulating the activities of Canadian companies abroad. The information we have indicates that Gabriel Resources has been and continues to act in full respect of all the laws, and the highest norms and standards, local and international, applying to the mining industry.

The Canadian Embassy is supportive of an open and constructive dialogue between those who are concerned by the project and its proponents and is confident that with reasonable efforts the issue can be resolved to the satisfaction of the principal stakeholders in the matter.

Signed and stamped (Canadian Embassy Bucharest)

[Email Alburnus Maior]

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