Neue Publikationen: „Johannis-Effekt“ (2004), Regierungskommunikation Rumänien (2010)

Joachim hat zwei weitere Seminararbeiten veröffentlicht. Sie können unter folgenden Links eingesehen und als Buch oder bestellt werden.

  • Vergleich der rumänischen Regierungskommunikation anhand zweier Maßnahmen zur Krisenbewältigung im Jahre 2010: dem Gehaltsabbau im Öffentlichen Dienst sowie der Anhebung der Mehrwertsteuer um 5 Prozentpunkte (2010)
    Regieren im Rumänien der auch nach dem EU-Beitritt 2007 andauernden Transfor-mation ist vielen internen und externen Forderungen ausgesetzt. Diese Situation hat sich mit der als „“ bezeichneten Negativentwicklung auch der rumänischen Wirtschaft seit 2008 verstärkt. Der erhoffte trickle-down-Effekt von Verbesserungen der Lebensbedingungen hin zu gesellschaftlichen Verbesserungen ist praktisch entfallen. Dass unter diesem Druck die oft beanstandete Form des Regierens per Dekret zum Normalfall wurde, ist der demokratischen Entwicklung des Landes abträglich. Der teilweise eklatante Widerspruch zwischen pro-westlichem Bekenntnis und tatsächlicher nationaler Klientelpolitik gehört auch im Jahr 2010 zum Rahmenprogramm rumänischen Regierens.
    Wissenschaftliches Vergleichen ist der Versuch der vorliegenden Arbeit, die für den Autor tägliche Begegnung mit dem – ihm immer noch „fremden“ – politischen Alltag Rumäniens genauer zu verstehen zu wollen. Die Integration dieses Landes östlicher, ländlich-agrarischer Prägung in das gewachsene, westliche und urban-industrielle System der Europäischen Union geschieht mit sichtbaren Widersprüchen. Der Dreisatz von Beschreibung, systematischer Analyse und folgender Erklärung in einem aktuellen Bezug soll also persönliches Erkenntnisinteresse strukturieren. Somit werden zwei Reformmaßnahmen der Boc II anhand des im Fernuiversitätskurs 34601 „Politikmanagement und Politische Kommunikation in westlichen Demokratien“ von Karl-Rudolf Korte vorgestellten Rasters untersucht.
  • „Johannis-Effekt“, Parteienkorruption und Wohlstandswunsch. Ursachen für den Erfolg des DFDR in Hermannstadt, Mediasch und Heltau bei den Kommunalwahlen vom 6. Juni 2004 – Interviews mit langjährig führenden Mitgliedern der drei Lokalforen (2004)
    Im Sommer 2004 fanden in Rumänien Kommunal-, Bürgermeister- und Kreisratswahlen statt. Der seit dem Jahr 2000 amtierende Bürgermeister von Sibiu/ Hermannstadt 1 , Klaus-Werner Johannis, wurde mit 88% der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt. In den Stadtrat wählte die Hermannstädter Bevölkerung die lokale Liste des DFDR 2 mit ca. 60%, wo so daß es über eine absolute Mehrheit verfügt. Auf Kreisebene erreichte das Forum eine relative Mehrheit von knapp 30% und stellt nun mit Martin Bottesch den Vorsitzenden des Kreisrates.
    In Rumänien wird der außergewöhnliche Wahlerfolg des DFDR in den drei größten Städten des Kreises 4 sowie auf Kreisebene gemeinhin eng mit der Person des Hermannstädter Bürgermeisters Johannis in Verbindung gebracht. Der Begriff „Johannis-Effekt“ ist hierfür prägend.
    Das DFDR ist – im Gegensatz zu den Parteien – keine politische , sondern anerkannte Minderheitenvertretung der Rumäniendeutschen. Ihr Bevölkerungsanteil beträgt in Hermannstadt etwa 1,6%. Auf Kreisebene reduziert sich diese Zahl nochmals. Vor allem im so genannten Alten Land zwischen Sighiºoara/ Schäßburg, Mediaº/ Mediasch und Hermannstadt stellten die Siebenbürger bis 1990 eine große historische Bevölkerungsgruppe.

    Die der Arbeit zugrundeliegende Hypothese lautete: Das DFDR wurde aufgrund sachkompetenter Spitzenkandidaten als Alternative zu den als korrumpiert geltenden Parteien gewählt. Die Motive liegen in einer Mischung aus positiven Stereotypen 5 , der Parteienkorruption sowie der Annahme, daß der Einflußgewinn des DFDR direkt mit wirtschaftlichem Aufschwung und EU-Integration verbunden sei.

    Anhand von sechs Experteninterviews sollten erste Erkenntnisse gewonnen werden, um diese Hypothese zu überprüfen. Im einer Hausarbeit angemessenen Rahmen ist dabei von Interesse, ob es tatsächlich einen „Johannis-Effekt“ gab oder andere Gründe – politischer, ökonomischer oder ethnisch-stereotyper Art – von Belang waren.

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