Chronologie der Kampagne „Rettet Roșia Montană!” 2002 – 2012

– Positionierung, Analysen und Studien, rechtliche Schritte, Aktionen –

Alburnus Maior ist der im September 2002 gegründete Verein der Bewohner und Eigentümer in Roșia Montană zur organisierten Umsetzung von Schritten gegen das von der Roșia Montană Gold Corporation (RMGC) geplante Bergbauprojekt. Alburnus Maior koordiniert über seine laufenden Aktivitäten die derzeit größte soziale und Umweltkampagne Rumäniens. In diesem Sinne haben sich zahlreiche Organisationen, Institutionen, Künstler, Journalisten sowie Mitglieder der Zivilgesellschaft aller Altersgruppen und Schichten des Landes und darüber hinaus solidarisiert.

Zu erwähnen ist, daß das vorliegende Material ständig aktualisiert wird. Die Website www.rosiamontana.org steht für Informationen zu Verfügung. Die Veranstaltungen der Kampagne und die parallelen Berichte dazu werden auf der Facebook-Gruppe Save Rosia Montana kommuniziert.

Wichtige Punkte der Kampagne Salvati Roșia Montană:

2002

28 Juli 2002 – Alburnus Maior organisiert ein öffentliches Treffen in Roșia Montană. 350 Bewohner und viele NGO-Vertreter aus dem In- und Ausland nehmen daran teil. Schlusspunkt ist eine Erklärung der NGO’s gegen das Vorhaben der RMGC, insbesondere gegen die Förderung im Tagebau-Verfahren und die Verwendung von sowie die Zwangsumsiedlungen. Die Erklärung ist die erste ihrer Art seit 1989 und markiert den Beginn der Kampagne Salvați Roșia Montană.

August 2002 – Der ungarische Minister für Umwelt und Wasserwirtschaft macht mit seiner Antwort auf die Eingabe von 20 ungarischen NGO’s den ersten Schritt zur Aktivierung der Espoo-Konvention bezüglich der grenzübergreifenden Umwelteinflüsse.

Oktober 2002 Die zur Weltbank-Gruppe gehörige Internationale Finanz-Corporation nehmen nach einem Treffen mit Vertretern von Alburnus Maior von ihrem Vorhaben Abstand,  das Projekt finanziell zu unterstützen.

31. Oktober 2002 14 Vertreter der römisch-katholischen, unitarischen und reformierten Kirchen kündigen an, keine ihrer Liegenschaften – Kirche oder Gelände – an die RMGC zu verkaufen.

1. Dezember 2002 40 der herausragendsten rumänischen Archäologen und Historiker schicken einen Offenen Brief an den Präsidenten Rumäniens, in welchem sie die Wichtigkeit der Rettung  Roșia Montanăs herausstreichen und wie das Vorhaben diesen einzigartigen Standort zerstören würde.

5. Dezember 2002 – Während seiner Vollversammlung präsentiert der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) eine Resolution gegen das -Vorhaben und weist auf dessen zerstörerische Folgen für die römischen -Gallerien von Roșia Montană hin. ICOMOS hat diese Position seither auf jeder Vollversammlung bestätigt.


2003

4. März 2003 – Die Rumänische Akademie fordert von allen implizierten rumänischen Behörden den Stopp des Bergbau-Projektes in Roșia Montană aufgrund von Schlussfolgerungen in den Bereichen Umwelt, Geologie, , Wirtschaft und Archäologie. Mit zahlreichen Erklärungen von damals bis heute hat die Rumänische Akademie ihre Opposition gegenüber dem Vorhaben beibehalten.

17. März 2003 – Mehr als 150 Mitglieder von Alburnus Maior, unterstützt von Studenten, Akademie-Mitgliedern und NGO’s, organisieren eine Demonstration vor dem Bukarester Nationaltheater. Über 300 Personen nehmen daran teil; am Ende wird eine an die Aktionäre der Gabriel Resources (GR) gerichtete Erklärung verlesen.

16. September 2003 – Greenpeace Ungarn organisiert eine Demonstration mit der Forderung an das Umweltministerium, die ihm durch die Espoo-Konvention zustehenden Rechte wahrzunehmen. Diese Konvention bezieht sich auf den Umstand, dass Nachbarstaaten im Falle von eventuell grenzübergreifende Auswirkungen verursachenden Projekten zu konsultieren sind.

21. Juli 2003 – Im Rahmen einer in Klausenburg/ stattfindenden Konferenz erklären Vertreter der so genannten historischen ungarischen Kirchen (Unitarier, Griechisch-Katholische, Römisch-Katholische) gemeinsam, dass sie niemals ihre kirchlichen Besitztümer verkaufen und die Einwohner in ihrem Widerstand gegen das Projekt der RMGC unterstützen werden.

6. -11. Oktober 2003 – Solidaritätsmarsch für Roșia Montană. Die 100 Teilnehmer, die zu Fuß den Weg Klausenburg – Roșia Montană zurücklegen, organisieren im Anschluss eine öffentliche Versammlung, auf welcher der   gegen das RMGC-Projekt und die Solidarität mit den RMGC-kritischen Einwohnern ausgedrückt wird.

7. – 9. November 2003 – Während des Kongresses der Europäischen Föderation Grüner Parteien (EFGP) wird eine Resolution gegen das Projekt der RMGC verabschiedet.

9. November 2003 –  Alburnus Maior und 15 weitere NGO’s halten eine nächtliche Mahnwache vor der Bukarester Orthodoxen Mitropolie (Bischofssitz) ab, um die Kirche zu einer Stellungnahme bezüglich ihrer Kirchen und Friedhöfe in Roșia Montană ermutigen. An der ersten vergleichbaren Aktion in seit 1989 nehmen etwa 250 Menschen teil.  Zwei Tage später bezieht die Heilige Synode der Orthodoxen Kirchen gegen die durch das Vorhaben der RMGC verursachbaren Schäden Stellung und daß ihre Liegenschaften in Roșia Montană nicht zu verkaufen seien.

10. Dezember 2003 – Alburnus Maior erhält auf der Gala der Zivilgesellschaft die Auszeichnung für die aktivste NGO Rumäniens im Bereich Öffentliche Teilhabe und Staatsbürgerliches Verhalten.

2004

15. Januar 2004Das Kulturministerium stellt ein Zertifikat zur Aufhebung des archäologischen Schutzes für das Carnic-Massiv, die Roșia Montană umgebenden Berge, aus. Dieser Schritt stellt den ersten unmoralischen Schritt gegenüber dem Kulturerbe von Roșia Montană dar.

12. März 2004 – Miklos Persányi, Umweltminister Ungarns, fordert umgehende Erklärungen seitens der rumänischen Behörden zum RMGC-Projekt und weist auf den Bruch der Espoo-Konvention durch Rumänien hin.

28. März  2004 Aktualisierung der RMGC-Pläne:  110 Bohrresultate weniger. Die Umweltbehörde Karlsburg/ Alba stoppt das Umweltgenehmigungsverfahren der RMGC für die Bohrperiode 2004.

21. Mai 2004 Alburnus Maior erhält die Auszeichnung der Bukarester Umweltuniversität für seine Aktivität im Bereich Schutz und Erhalt von Umwelt und in Roșia Montană.

28. Juni 2004 Die Roșia Montană Gold Corporation geht gegen Alburnus Maior vor Gericht um die Website www.rosiamontana.org verbieten zu lassen. Dabei verstößt sie folgendermaßen gegen die APC-Charta (Internetrecht): auf Kommunikation, auf Informationszugang, Meinungsfreiheit und -austausch, auf Teilnahme an öffentlichen Protesten und Online-Debatten.

14. Juli 2004  322 Mitglieder des Lehrkörpers der Bukarester Akademie für Wirtschaftsstudien senden einen Offenen Brief an die rumänische Regierung, in welchem ihre Opposition gegenüber dem nicht staatlichen noch Einwohner-Interessen entsprechenden RMGC-Vorhaben bekräftigt wird.

17. Juli 2004 – 4 rumänischen Bergsteiger tragen die Botschaft „Rettet Roșia Montană!“ auf den Mont Blanc; Foto

23. Juli – 3. August 2004 – Greenpeace veranstaltet eine Informationstour „Rettet Roșia Montană”, um die Bevölkerung auf das Bergbau-Vorhaben und seine Folgen aufmerksam zu machen. Dabei werden 27.000 Protest-Unterschriften gesammelt und an Premier Adrian Nastase gesandt.

23. -28. August 2004Der zweite Roșia-Montană-Solidaritätsmarsch auf der Strecke Klausenburg – Roșia Montană findet statt und führt durch das Valea Ariesului.

29. August 2004 – Protestkonzert beim in Roșia Montană . Bei dieser ersten Veranstaltung nehmen 4.000 Menschen auf dem Jig-Vaidoaia-Plateu  oberhalb Roșia Montanăs teil.

Oktober 2004Der Verein Alburnus Maior, zusammen mit rumänischen und internationalen NGO’s veröffentlicht den Umweltfolgenbericht zu den Risiken des Projekts: „Vor der Überraschung – Risikobewertung; Investitionsrichtlinien hinsichtlich des von der Gabriel Resources geplanten Bergbauprojekts.

16. November 2004  – Aktivisten aus Rumänien, Ungarn, Deutschland und Österreich blockieren einen der Eingänge zum Regierungssitz im Viktoria-Palast. Dabei werden 35.000 Eingaben an den damaligen Premier Nastase überreicht, um konkrete Schritte zur Einstellung der Aktivitäten der RMGC zu unternehmen.

2005

20. Januar 2005 – In Folge eines Gesuchs von Alburnus Maior suspendiert das Berufungsgericht Karlsburg/ Alba Iulia das  Zertifikat zur Aufhebung des archäologischen Schutzes für das massiv von dem Bergbau-Vorhaben betroffene Carnic-Massiv.

31. Januar 2005Das Europäische Parlament nimmt eine Entschließung zum Beitrittsfortschritt Rumäniens zur EU an. „Das Bergbau-Projekt von Roșia Montană stellt ein bedeutendes Umweltrisiko für die gesamte Region dar“, bestätigt das EP.

5. März 2005Entsprechend den Vorgaben der Espoo-Konvention übermittelt das ungarische Umwelt- und Wasserwirtschaftsministerium seinem rumänischen Counterpart 60 Forderungen im Zuge des Umweltfolgen-Evaluationsprozesses für das von der Gabriel Resources geplante Berbgau-Projekt von Roșia Montană.

März 2005Das Carnic-Massiv wird für die Jahresliste 2005 der  von Zerstörung bedrohten „Heiligen Orte“ nominalisiert, aufgestellt von der Sacred Sites International Foundation (SSIF) in Zusammenarbeit mit einer aus Akademikern und Experten des Kultursektors bestehenden Kommission.

18. April 2005Stephanie Roth (34), Roșia Montană und vormalige Chefredakteurin der Zeitschrift The Ecologist, wird mit dem international renommierten Goldman Environmental Prize  ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt jährlich lokale Umweltaktivisten aus sechs geografischen Regionen. Roth ist treibende Kraft der internationalen Kampagne „Rettet  Roșia Montană!“ gegen die größten Tagebaue Europas.

14. Mai 2005In Klausenburg findet der erste Flash Mob für  Roșia Montană statt. Die Botschaft an Umweltministerin Sulfina Barbu lautet: „Runter mit den Bärten /Wortspiel zum Namen Barbu)!  Roșia Montană ist nicht zu verkaufen!“

19. Juni 2005 – 30 NGO’s und Europarlamentarier unterzeichnen einen Eingabe an das Umweltministerium, den Präsidenten des Europäischen Parlaments und die Europäische Kommission. Die Petition listet detailgetreu die schwerwiegenden Fehler im Umweltfolgen-Evaluationsprozess des Bergbau-Projekts von Roșia Montană auf. Mitteilung von Alburnus Maior.

20. Juni 2005 – Das Berufungsgericht von Karlsburg gibt eine beispiellose Erklärung ab, mit der es das Zertifikat zur Aufhebung des archäologischen Schutzes Nr. 4/2004 des Kultur- und Kultusministeriums für das Carnic-Massiv aufhebt. In Folge sind die einzigartigen römischen und vorrömischen Gallerien des Massivs sowie dieses selbst erneut unter Schutz.

15. Juni 2005 – Das Karlsburger Gericht bewilligt ein Ansuchen zur Annullierung des der RMGC erteilten Planungszertifikats, einem wichtigen Schritt im Genehmigungsverfahren des Bergbau-Vorhabens.

26.-28. August 2005Die zweite Ausgabe des FanFests erreicht das Ausmaß eines Festivals zur Werbung für die durch das Bergbau-Projekt bedrohten Werte und Chancen Roșia Montanăs an. Während 3 Tagen treffen sich 8.000 Menschen aus dem In- und Ausland.

1. Dezember 2005 – In Karlsburg protestiert eine Aktivistengruppe gegen das totale Schweigen der Regierung Tariceanu in Sachen Roșia Montană.

18. Dezember 2005 – Gabriel Resources versucht sich die Unterstützung von NGO’s für einen Sozio-Ökonomischen Plan zu erkaufen, der Teil eines Umweltfolgenplans für das Goldtagebau-Projekt werden soll.

2006

9. Februar 2006 – 400 Zuschauer bei der Erstvorführung des Dokumentarfilm „Das neue El Dorado“ des ungarischen Regisseurs Tibor Kocsis. Dieser weltweit mit vielen Auszeichnungen versehene Film zeigt die Geschichte der Menschen von Roșia Montană, deren Leben dem Goldrausch im Wege steht.

27. Februar 2006 – Die Rumänische Akademie bekräftigt ihre entschlossene Haltung gegen das Projekt von Roșia Montană .

14. März 2006Etwa 700 Vertreter von 240 ungarischen Umweltorganisationen schicken einen Offenen Brief an den rumänischen Umweltminister und drücken ihren Protest gegen das Bergbau-Projekt aus.  Gleichzeitig wiederholen die Mitglieder des EP ihre Besorgnisse angesichts der umstrittenen Eröffnung der Goldmine von  Roșia Montană.

19. März 2006 – Die Kampagne MindBomb für Roşia Montană stellt das Umweltverschmutzungsproblem in den Zusammenhang mit der umfassenden in Staat und Lokalverwaltungen. 12.000 Plakate werden in den Straßen von Klausenburg, Bukarest, Konstanza, Temeschwar, Arad, Bistritz, Hermannstadt, Karlsburg, Deva, Baia Mare, Oradea, Neumarkt, Schäßburg, Petroschen, Valea Arieşului, Abrud, Câmpeni und Roşia Montană geklebt.

11. Juni 2006 – Vanessa Redgrave widmet die ihr beim International Film Fest verliehene Würdigung ihres Gesamtwerkes der Kampagne Rettet Roșia Montană, insbesondere dem Verein Alburnus Maior. Diese Würdigung erfolgt im Gegenzug auf die Tatsache, dass Gabriel Resources das Festival sponsert.

10. Juli 2006 – Die Umweltfolgen-Evaluierung wird von Meinungsführern, Fachleuten und der Öffentlichkeit im Rahmen eines Protest vor dem Umweltministerium bestritten.

Juli – August 2006 – Die öffentlichen Anhörungen zum Umweltfolgenplan werden von Meinungsführern, Fachleuten und der Öffentlichkeit kritisiert, welche angeben daß es sich um eine vom Projektträger veranstaltete Werbekampagne handele.

12. August 2006 – Das Architekturbüro OPUS  schickt einen Offenen Brief an das Umweltministerium. Die für den Managementplan des Kulturerbes von Roșia Montană weisen dieses nochmals auf die Fälschung der Dokumentation bei ihrer Einarbeitung in den Folgenplan durch die RMGC hin.

24.-26. August 2006 –  FanFest in Roșia Montană, der Protest geht mit 15.000 Menschen weiter.

22. Dezember 2006 – Im Rahmen des Treffens mit ungarischen Umweltorganisationen in Neumarkt, äußert sich der Vorsitzende des Ungarnverbandes, Markó Béla, gegen das Goldprojekt.

2007

19. Februar 2007 – Alburnus Maior veröffentlicht den „Bericht zur öffentlichen Teilhabe  und Informationszugang im Verfahren des Umweltfolgenplans für Roșia Montană“. Der an das Komitee zur Einhaltung der Kovention von Aarhus übermittelte Bericht zeigt die Aushöhlung der Rechte der Öffentlichkeit beim Informationszugang zu Umweltfragen und die Teilhabe am Entscheidungsprozess beim Umweltfolgenplan Roșia Montană an.

22. Februar 2007 – Der rumänische Architektenorden OAR verlangt vom Kulturministerium die Aufnahme von  Roșia Montană in die Weltkulturerbeliste.

7. Juni 2007 – Die Koalition „Rumänien ohne Zyanid“ startet eine umfassende Informationskampagne zur Teilnahme der Bürger für eine Gesetzesinitiative an das Rumänische Parlament zum Verbot von Zyanid im Bergbau, initiiert von den Senatoren Peter Eckstein-Kovacs und Gheorghe Funar.

21. Juni 2007 – ICOMOS verlangt in einem Offenen Brief von der rumänischen Regierung und dem Premier den sofortigen Stopp des Projektes von Roșia Montană.

21. Juli 2007 – Das Klausenburger Gericht gibt einem Ansuchen zur Aufhebung des Planungszertifikats Nr. 78/ 26.04.2006 zur Fortsetzung des Umweltfolgenplans des Kreisrates Karlsburg für die RMGC statt.

24.-26. August 2007 – In Roșia Montană findet das vierte FânFest statt, mittlerweile das größte Umweltfestival des Landes.

28. August 2007 – Erneut kommt es zu einer Zyanid-Flut in der Nähe von Baia Sprie, Kreis Maramureş.

3. September 2007 – Das Berufungsgericht Karlsburg hebt das Zertifikat zur Aufhebung des archäologischen Schutzes für das Nr. 5/2004 des Kulturministeriums für die archäologische Stätte „Alburnus Maior – Rosia Montana” auf.

12. September 2007 – Umweltminister Attila Korodi suspendiert auf unbestimmte Zeit das Verfahren zum Umweltfolgenplan aufgrund der Tatsache, dass das vom Investor präsentierte Planungszertifikat aus rechtlicher Sicht nichtig ist.

19. September 2007 – Das Berufungsgericht Klausenburg weist den Einspruch der RMGC gegen die Entscheidung des Klausenburger Gerichts zur Aufhebung des Planungszertifikats Nr.78/2006 ab. Die diesbezügliche Entscheidung des Umweltministeriums bleibt somit gültig.

9. Oktober 2007 –  Die NGO „Arhitectura – Restaurare – Arheologie” (ARA) berichtet, dass in Roșia Montană  nicht weniger als 120 Häuser zerstört werden. Der Abriss wird von der RMGC ohne rechtliche Basis ausgeführt, da sich sämtliche betroffenen Gebäude in Schutzgebieten von klassifizierten Denkmalen befinden.

10. November 2007 – Durch eine endgültige Entscheidung des Klausenburger Gerichts wir das Planungszertifikat  Nr. 78/ 26.04.2006, ausgestellt vom Karlsburger Kreisrat für die RMGC, annulliert.

19. November 2007 – Alburnus Maior veröffentlicht einen neuen Bericht (raport) zur aktualisierten Risikoanalyse des Projekts von Roșia Montană.

26. November 2007 – Das Carnic-Massiv ist gerettet! Einmaliger Vorgang im Denkmalschutz. Das Aufhebungszertifikat Nr.5/2004 ist endgültig und unwiderruflich aufgehoben.

2008

23. Januar 2008 – Gerechtigkeit für Roșia Montană! Das Berufungsgericht von Karlsburg erklärt die Bebauungspläne für Roșia Montană illegal!

12. Februar 2008 – Die Zivilgesellschaft unterstützt das Umweltministerium im von der RMGC gegen dieses angestrengte Verfahren.

26. März 2008 – Endgültiges Urteil im Fall des Planungszertifikats für das Projekt von Roșia Montană.

5. Mai 2008 – Der Senat verabschiedet ein Gesetzesvorhaben, durch welches Roșia Montană ein archäologisches und Naturschutzreservat wird, gründet eine Reservatsverwaltung zu Schutz, Erhaltung und Restaurierung des Gebietes. Die Abgeordnetenkammer weist später das Vorhaben zurück.

10. Juli 2008 – Die Internationale Architektenunion verabschiedet auf Initiative der rumänischen Delegation eine Resolution zur Rettung des Ensembles von Roșia Montană.

10. September 2008 – Das erste Hostel in Roșia Montană, „La Gruber“, wird eröffnet. Ihm folgt ein Jahr später ein weiteres, bei Eugen David.

25. November 2008 ICOMOS verlangt sofortiges Eingreifen der nationalen Behörden zu einer angemessenen Sicherung des Ensembles von Roșia Montană .

2009

19. März 2009 – Das Berufungsgericht Temeschwar beurteilt die Aufhebung des Planungszertifikats Nr. 105/2007 als rechtskräftig.

22. April 2009 – Protest von Mindbomb gegen die verlogene Werbung der RMGC.

24. Juni 2009 – Der Medienrat CNA stoppt die Ausstrahlung von Werbespots der RMGC  unter dem Titel „4 Milliarden“ aufgrund von Falschinformation und Manipulation.

8. Juli 2009 – Die Rumänische Akademie erneuert ihre Haltung zum RMGC-Projekt. Der Präsident der Akademie erklärt, dass Projekt sei „eine  Dummheit, ein großer Fehler, wenn nicht sogar ein Verbrechen“.

22. Dezember 2009 – Anhörung des Ministers für Wirtschaft, Handel und Unternehmen, Adrian Videanu, beginnt mit dem Ausrollen eines Banners durch Aktivisten: „ Roșia Montană ist nicht zu verkaufen (Wortspiel mit dem Namen des Ministers)!“. Dieser Protest erfolgt nach Äußerungen des Ministers zur Aufnahme des RMGC-Vorhabens in das Regierungsprogramm.

2010

19. Januar 2010 70 Umweltorganisationen beschließen eine gemeinsame Erklärung, die die Aufnahme des umstrittenen Projekts in das Regierungsprogramm sowie jüngste Äußerungen mehrerer Würdenträger zum Thema kritisiert.

18. Februar 2010 – Das Kulturministerium lässt durch die persönliche Beraterin des Ministers Kelemen Hunor mitteilen, daß die Aufnahmeprozedur von Roșia Montană in die Weltkulturerbeliste der UNESCO lanciert wurde.

25. April 2010 – Aktionstag für Roșia Montană: Tomaten für Videanu! Der Wirtschaftsminister wird symbolisch mit Tomaten beworfen, da er die Interessen der kanadischen Gold Corporation verteidigt.  Die Aktionen finden zeitgleich in Bukarest, Klausenburg, Kontanza und Ploiești statt.

04. Mai 2010 –  Die Abgeordneten des EP stimmen mit 488 Ja-, 48 Neinstimmen und 57 Enthaltungen für eine Entschließung, die die Anwendung von Zyanid-Verfahren im europäischen Bergbau bis Ende 2011 vorsieht.

15. Mai 2010 –  der Verein Ad Astra der rumänischen Wissenschaftler bekundet öffentlich seine Ablehnung zum Goldbau-Vorhaben der RMGC in Roșia Montană

Mai 2010 – Das Umweltministerium nimmt das Umweltgenehmigungsverfahren für die RMGC wieder auf.

Mai-Juli 2010 – Es finden mehrere Aktionen in Bukarest gegen das RMGC-Projekt statt:  „Umweltministerium im Besitz der RMGC“, Blockade es Sitzes der RMGC.

10. – 14. August 2010 – Fahrradtour Fânfest – Bewegung für Roşia Montană.

13.-15. August 2010 – Fünftes FanFest für die Aktivisten wie für die Aufnahme von Roșia Montană in die Weltkulturerbeliste der UNESCO. Im Unterschied zu früheren Festivals findet das FanFest nun mitten in Roșia Montană statt.

28. August 2010 –  Die „Fotografische Petition“ (petitie fotografica) verdeutlicht die öffentliche Unterstützung für die Kampagne, die diese durch ihren Einsatz für die Erklärung von Roșia Montană als Weltkulturerbe gewonnen hat.

7. September 2010 – 106 NGO’s und 10 Gewinner des Right Livelihood Awards verlangen von Janez Potocnik, EU-Kommissar für Umwelt, Maßnahmen entsprechend des Beschlusses des EP bezüglich des totalen Verbots von Zyanid im EU-Bergbau bis Ende 2011 zu ergreifen.

September – November 2010 – Protestaktionen vor dem Kulturministerium gegen die Entscheidung der Nationalen Archäologiekommission zur erneuten Besprechung zu einer Aufhebung des archäologischen Schutzes für das Carnic-Massiv.

2011

04. Januar 2011 – Pro Patrimonio, ICOMOS Rumänien und die Rumänische Akademie fordern vom Kulturministerium umgehende Maßnahmen zur Rettung der historischen Bergbauanlagen von Roșia Montană, einem unschätzbaren Bestandteil des allgemeinen Kulturerbes, welche von ihrem Verschwinden sind, sollte das von der RMGC betriebene Projekt vom rumänischen Staat genehmigt werden.

20. Januar 2011 – „Herr Hunor, die Rumänen wollen Roșia Montană in der UNESCO!” Im Rahmen einer vor dem Kulturministerium stattfindenden Demonstration verlangen 300 Menschen aus dem ganzen Land die Aufnahme Roșia Montanăs in die Vorschlagsliste Rumäniens für die UNESCO.

12. Juli 2011 – Auf Grundlage eines Entscheids des Medienrates CNA, erlassen Kulturministerium und die Kultur- und Denkmalbehörde des Kreises Karlsburg ein neues Zertifikat zu Aufhebung des archäologischen Schutzes für das Carnic-Massiv. Die Pressemitteilung, in welcher die Aufhebung des Schutzes als Schritt zur Rettung des Gebietes dargestellt wird, ist regelwidrig und falsch.

Juli 2011 – „Komm zur Hunoriada (Wortspiel mit dem Ministernamen Hunor und den Bergarbeiterprotesten/ Mineriaden)!” Unter diesem Motto finden Proteste in Bukarest, Klausenburg, Hermannstadt und Jassy statt, in denen der Rücktritt des Kulturministers verlangt wird, welche anstelle des Schutzes des nationalen Erbes die Interessen einen Bergbaufirma verteidigt.

08. August 2011 – Gemeinsame Erklärung von 77 ungarisch-siebenbürgischen NGO’s zu Roșia Montană und der Einstellung von Kelemen Hunor.

12.-14. August 2011 – FânFest 2011 bringt 1.500 Touristen nach Roșia Montană, die sich an einer Vielzahl von Aktivitäten, Konzerten und Führungen erfreuen.

25. August 2011 –  Gemeinsame Erklärung von NGO’s zur jüngsten Stellungnahme des rumänischen Präsidenten bezüglich Roșia Montană.

30. August 2011 – Flashmob „Rote Karte für den Präsidenten!“.

7. September 2011 – Analysebericht: „Nationales Enteignungsrecht – Beginn vom Ende der Verfassungsdemokratie in Rumänien”

21.-30. September 2011 – „Reclaim the Fields” in Roşia Montană. Über 300 Aktivisten aus ganz Europa und Rumänien nehmen in Roșia Montană  an einem beispiellosen Solidaritätscamp teil.

28. September 2011 –  Goldmarsch für den Präsidenten.  Zwei Einwohner aus Bacau gehen zu Fuß 300 km in neun Tagen um Präsident Basescu auf Roșia Montană  aufmerksam zu machen und ihr eigenes Gold dem rumänischen Staat zu spenden.

Oktober 2011 – Symbolische Enteignungen im Namen der RMGC im ganzen Land. Am 16. Oktober wird Emil Bocs (Premier) Geburtshaus in Racitele enteignet.

8. Oktober 2011 – „OCCUPY „Conti“ (leer stehendes Hotel im Stadtzentrum), beschäftigt Klausenburg! Für Roşia Montană”

11.–12. November 2011 – Die Babes-Bolyai-Universität und ICOMOS Rumänien veranstalten die Konferenz „ Roşia Montană in der Geschichte“, bei der anerkannte Spezialisten und Persönlichkeiten das RMGC-Vorhaben, eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes und die Inwertsetzung des Natur- und Kulturerbes, die sozialen Folgen und nicht zuletzt das staatsbürgerliche Engagement in der Sache analysieren.

24. November 2011 – 200 Bürger treffen am Parlamentspalast ein, um bei der Abgeordnetenkammer 100.000 Unterschriften gegen das für Roşia Montană geplante Projekt und die Vorhaben zur Änderung des Bergbaugesetzes zu hinterlegen. Pressetext Alburnus Maior.

1. Dezember 2011 – Dutzende Aktivisten aus Roşia Montană, Klausenburg, Temeschwar, Arad, Neumarkt und Bukarest nehmen an den Veranstaltungen zum Nationalfeiertag in Karlburg teil, um darauf aufmerksam zu machen dass  Roşia Montană Kern ihres Nationalstolzes sei. In Bukarest finden parallel friedliche Aktionen statt, die rechtswidrig von der Gendarmerie aufgelöst werden. Solidaritätskundgebungen in Kischinau, Budapest und Wien. Pressetext  Alburnus Maior.

2012

10. Januar 2012  – In einem Offenen Brief an das Umweltministerium und das Technische Bewertungskommittee für das  Roşia-Montană-Projekt zeigt Alburnus Maior auf, dass etliche der dem Umweltfolgenplan zugrunde liegende Verwaltungsakte per Gericht für nichtig erklärt wurden beziehungsweise Gegenstand von Gerichtsverhandlungen sind und verlangt die Verweigerung der Umweltgenehmigung.

Januar – Februar 2012 – Die Botschaft der Kampagne Rettet  Roşia Montană! Findet sich unter den Hauptforderungen der Straßenproteste von Bukarest, Temeschwar, Jassy oder Klausenburg wieder. Die Kampagne Rettet  Roşia Montană!  Stellt eine Forderungsliste an die staatlichen Behörden und die Regierung zusammen, welche bisher das zerstörerische unterstützt haben.

28. Januar 2012 – Auf dem Piata Constitutiei/ Platz der Verfassung in Bukarest findet die wichtigste Aktion der vergangenen Jahre für die Kampagne Rettet  Roşia Montană! Statt. 500 Personen aus dem ganzen land nehmen daran teil, welche mit Einwohnern von  Roşia Montană gemeinsam gegen die jüngsten Entscheidungen des Umweltministers Laszlo Borbely protestieren, die Umweltgenehmigung für das Bergbau-Vorhaben zu erteilen.

17. Februar 2012 – In Folge von Aktionen im Stile „Yes Men“ gelangen Informationen an die Öffentlichkeit, die die Bereitschaft der Rumänischen Fußballföderation beweisen, sich mit der RMGC zusammen zu tun. Die Gruppe „11 für Rumänien”  publiziert einen Film auf Youtube mit den Aufnahmen von Verhandlungen zwischen der Föderationen und den vorgeblichen Vertretern der RMGC.

5. April 2012 – Infolge der Berufungsverfahren von Alburnus Maior, hebt das Berufungsgericht in Karlsburg die vom Gemeinderat Roşia Montană  im Beschluss 1/ Januar 2009 verabschiedeten Bebauungspläne für die Goldmine in   Roşia Montană letztinstanzlich auf, die Grundlage für Umweltevaluierung des RMGC-Projektes waren.

3. Mai 2012 – Maria und Eugen David, Mitglieder des gegen das RMGC-Vorhaben agierenden Vereins Alburnus Maior, weihen in Roşia Montană die Pension Tarina ein.

3. Mai 2012 – Der geschäftsführende Umweltminister, Herr Attila Korodi, kündigt die Ergebnisse einer rechtlichen Folgenanalyse zu den Auswirkungen des Karlsburger Urteils an. Die Rechtsanalyse empfiehlt den Stopp aller Evaluierungsprozeduren für das Minenprojekt in Roşia Montană. Pressetext Alburnus Maior

 

Relevante Dokumente

Und vergiss nicht: Jede Position braucht Argumente, besonders in einem Rechtsstreit! Informiere Dich auf der Site der Kampagne Rettet Roșia Montană!, www.rosiamontana.org, und bleib auf dem laufenden in dem Du Dich auf Facebook bei der Gruppe Save Rosia Montana einträgst. ☺ Schlechte Informationen bringen Schaden, keinen Vorteil!

 

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