Bucharest revisited (II)

Kurz bevor es das dritte Mal nach in die Archive geht, noch einige Worte zum Recherche-Trip vor fast einem Monat. Wie zu erwarten war, hatte ich die Genehmigung fürs Diplomatische Archiv noch nicht erhalten. Sie kam fast punktgenau nach den gesetzlichen 30 Pflicht-Tagen – aber immerhin kam sie; davon nächstes Mal mehr.
Ende März hatte ich hingegen die Möglichkeit, das Archiv des Zentrums zum Studium der Geschichte der Juden Rumäniens (Centrul pentru Studiul Istoriei Evreilor din România, CSIER) zu besuchen.Das Archiv befindet sich in einem Nebengebäude der Synagoge „Unirea Sfinta/ Ahdut Kodesh“ (welche das Museum zur der Rumäniens beherbergt) in der str. Mămulari 3. Es ist Teil der Aktivitäten der Föderation Jüdischer Gemeinschaften Rumäniens (FCER).
Die Genehmigung bekam ich schnell und freundlich. Leider ist das Archiv in einem bedauerlichen Zustand, was völlig im Gegensatz zur reichen und vor vielen Forschungsfragen stehenden Geschichte des Judentums in Rumänien steht:

  • Baulich kann ich die Räumlichkeiten nur als ruinös bezeichnen. Das Gebäude ist altersschwach, die Räume klein, die Wände rissig und die Luft stickig.
  • Die Bestände sind derzeit nur in handschriftlichen Katalogen erfasst, der jüngste davon in meinen Händen war auf 2010 datiert. Von einem Lese- bzw. Studiensaal kann nicht die Rede sein. Vielmehr handelt es sich um einen grösseren Tisch in einem der Büros.
  • Personal: Im Archiv traf ich drei Angestellte an. Sie waren allesamt zuvorkommend und freundlich, offen für sämtliche gestellte Fragen. Die gewünschten Dokumente bekam ich quasi augenblicklich.

Eine Verbesserung der Situation des CSIER-Archivs ist dringend geboten. Diese ist auf allen Ebenen nötig, baulich und archivtechnisch. Die „Grösse“ des Studienbereichs – oben erwähnter Tisch – spricht traurige Bände für das geringe Interesse am Studium der Geschichte des rumänischen Judentums.

Nachtrag am Abend: Nicht zu vergessen ist der Besuch bei Herrn Vecsler im Hasefer-Verlag neben der Synagoge in der str. Adamache, nur wenige Minuten Fussweg von Ahdut Kodesh entfernt. Herzliche Beratung bei der Buchauswahl, die einige Schätze enthält!

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